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Alle Vögel sind schon da

GALERIE ALTNÖDER / MOSBACHER & STIMM

13/05/11 Die "Kleine Erde", wie sie Thomas Stimm als eine blühende Blumenwiese fasst, und die Vögel, die Alois Mosbacher porträtiert, lassen in der Galerie Altnöder auf Idylle, auf intakte Natur und Frühlingsgefühle schließen.

Von Reinhard Kriechbaum

Ganz so ist es natürlich nicht: Alois Mosbacher, der immer wieder mal zwischendurch Tierporträts nach der Natur, aber auch nach der Fantasie (und in beiden Fällen mit auffallend menschlichen Zügen) gemalt hat, ist nach Bienenschwärmenm, Hühnern und Hunden nun bei Vögeln gelandet. Es gibt aber auch eine andere Facette von Natur in den Bildern von Alois Mosbacher: Da sitzen oder stehen die Tiere af Halden aus Auto- und Computerschrott. Ein Schafbock verliert deutlich an Charme, wenn er in "nature morte" steht und dem Betrachter fast vorwurfsvoll entgegen blickt.

Wie der Steirer Alois Mosbacher (Jahrgang 1954) gehört auch Thomas Stimm (geboren 1948 in Wien) zu den ehemals als "Neuen Wilden" bezeichneten gegenständlichen Malern, die Anfang der 80er Furore machten. Stimm hat bei Max Weiler studiert, ist dann aber weggekommen von der Malerei und hat in der Keramik ein willkommenes Medium gefunden. Aber seine Skulpturen wurden immer größer, und so war die Keramik bald als Material überfordert. Jetzt arbeitet er in Aluguss, und die Riesenobjekte werden mit Autolack gefärbt.

Wer für Bärlauch schwärmt, möchte gleich anfangen zu pflücken. Oder werden es doch Maiglöckchen? Das kann man bei lackiertem Alu so genau nicht sagen. Jedenfalls sprießen allerlei Blumen und die Pflanzen treiben in frischem Grün aus. Könnten des Kollegen Mosbacher Vögel von den Leinwänden heraunterfliegen, würden sie sich gerne niederlassen auf Thomas Stimms runden oder ovalen Wiesenblumenflecken. In Stimms Natur-Skulpturen fühlt man sich jedenfalls bedeutend wohler als vor Mosbachers latenten apokalyptischen Anklängen.

Bis 28. Mai in der Galerie Altnöder. - www.galerie-altnoeder.com
Bilder: www.galerie-altnoeder.com

 

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