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Im Zeitalter der Globalisierung

INTERNATIONALE SOMMERAKADEMIE FÜR BILDENDE KUNST

04/02/16 Hildegund Amanshauser über das Kursprogramm für den Sommer 2016. Die Hälfte der 22 Kursleiterinnen und Kursleiter ist neu. Alleinstellungsmerkmale sichern den Fortbestand.

Von Werner Thuswaldner

Sommerakademien für Bildende Kunst gebe es hunderte, sagte Hildegund Amanshauser. Beinahe jede Hochschule veranstalte mittlerweile Sommerkurse. Salzburg könne sich aber aufgrund einiger Alleinstellungsmerkmale gut behaupten. Für die seit 1953 existierende Sommerakademie in Salzburg spreche die Tradition, die Tatsache, dass die ausgesuchten Lehrenden nicht als Lehrer und Lehrerinnen ganzjähriger Akademie tätig seien und nicht zuletzt der unvergleichliche Standort, die Festung Hohensalzburg mit ihren Atelierräumen. Die beste Werbung für Salzburg bringe die Mundpropaganda. Die Evaluierung zeige jedenfalls Bewertungen, wie sie besser nicht sein könnten.

Jahr für Jahr kann beobachtet werden, dass es immer wieder gelingt, eine konzentrierte, kreative Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Die Lehrenden werden jeweils für mindestens zwei Jahre engagiert. Diese Mischung von Neuen und Erfahreneren habe sich bestens bewährt, sagt Hildegund Amanshauser.

Das Motto der diesjährigen Sommerakademie ist eine Frage: „Globale Akademie?“ Bei den Lehrenden ist in vielen Fällen eine bestimmte Nationalität gar nicht auszumachen. Sie haben mehrere Standorte oder sind von Grund auf mobil, und die Studierenden kommen ohnehin aus den verschiedensten Gegenden. Im Vorjahr reisten sie aus 52 Ländern an. Die Ausdrucksformen sind transkulturell. Das kennzeichnet den Kunstbetrieb, daran müssen sich auch die Kuratorinnen und Kuratoren halten. Wie dies am besten geschehen kann, wird in diversen Veranstaltungen geklärt werden. Eine Tagung wird sich mit Zukunftsfragen der Sommerakademie beschäftigen.

In dem großen Spektrum der 22 angekündigten Kurse – sie dauern von einer bis zu vier Wochen – fällt jener von dem Multitalent Tex Rubinowitz auf, der eine Malklasse unter dem Titel „Hommage“ leiten wird. Der aus Pakistan kommende Künstler Imran Qureshi will den Studierenden die Geheimnisse der Miniaturmalerei vermitteln und zeigen, wie sich eine alte Ausdrucksform für neue Inhalte anwenden lässt. Er wird demonstrieren, wie die Verwendung von Blattgold funktioniert und welche Materialien gebraucht werden. Ein Thema wird wieder der öffentliche Raum sein, bearbeitet von der Gruppe „feld72“. Die Ergebnisse werden in einem temporären „Museum für public space“ zu sehen sein.

Den Kurs für Steinbildhauerei am Fuß des Untersbergs wird der griechische Künstler Andreas Lolis leiten. Die Studierenden haben hier die rare Gelegenheit, ihre Tätigkeit an einem Ort zu entfalten, wo der Stein „gewachsen“ ist.

Keramik dient nicht bloß der Herstellung von Gefäßen, sie wird auch im skulpturalen Bereich eingesetzt und bringt – man denke an die Wiener Werkstätte oder etwa an die Keramiken der japanischen Provinz Hirado – erstaunliche Ergebnisse. Für diesen Kurs konnte der Brite Aaron Angell gewonnen werden, der in London eine berühmte Keramikwerkstatt betreibt.

Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn unterstrich das anhaltende Interesse des Landes Salzburg an der traditionsreichen Institution Sommerakademie. Er schätze an ihr, dass sie sich nicht hinter den Festungsmauern verstecke, sondern immer wieder auch in die Stadt hineinwirke. Die Subvention sei – so wie jene der Stadt – leicht angehoben worden und mache nun 269.000 Euro aus. Die Stadt gibt denselben Betrag, der Bund 30.000 Euro.

Sommerakademie für Bildende Kunst, 18. Juli bis 27. August – www.summeracademy.at
Bilder: dpk-krie (1); ISBK – Tex Rubinowitz/Hertha Hurnaus (1); Aaron Angell/Andy Keate (1)

 

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