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Das rare Tier und sein Bild

HAUS DER NATUR / BEDROHTE ARTEN

22/10/15 Fast könnte man Angst bekommen vor dem Waldrapp und seinem handspannenlangen, säbelförmigen Schnabel. Dass man ihm nicht mehr begegnet hierzulande, beruhigt unsereinen, bereitet aber den Zoologen Kopfzerbrechen: Das Tier gilt in der freien Natur als ausgestorben.

Von Reinhard Kriechbaum

Früher nisteten Waldrappen sogar auf dem Mönchsberg, und die Erzbischöfe beanspruchten für sich allein das Recht, die Nester ausräumen zu lassen und die Küken als Delikatesse zu verzehren. Dass es um den Waldrapp nun fast geschehen ist, darf man freilich nicht allein der Feinschmeckerei der Salzburger Landesfürsten zuschreiben. Die Zeichen der Zeit stehen schlecht für – je nach Gattung – zwanzig bis sechzig Prozent der Tierarten, weiß der Leiter des Salzburger „Hauses der Natur“, Norbert Winding.

Die Schau „Bedrohte Arten“ ging man sozusagen verkehrtherum an, von der Kunstseite. Christoph Buchegger (Jahrgang 1977) ist ein Zeichner und Maler, den es von der Abstraktion zurück ins Gegenständliche getrieben hat. Als Tiermaler ist er profiliert. Es reizen ihn die graphischen Formen, etwa die Fell-Zeichnungen, und er lässt die Tiere gerne mit dem Hintergrund eins werden. Viele wirken gut eingebunden, wenn nicht gar getarnt in ihrem Umfeld.

Vor allem exotische Tiere reizen Buchegger. Zu seinen Bildern und Zeichnung hat man im Haus der Natur nun Präparate gestellt. Das Wisent und der Afrikanische Elefant machen Eindruck (im Bild wie in echt). Dem Schuhschnabel, einem pelikangroßen Vogel mit mächtigem Mundwerk, möchte man auch lieber nicht leibhaftig gegenüber stehen. Passiert aber eh nicht, er ist schließlich auch sehr rar geworden und gilt deshalb gefährdet.

Mit den Tieren der Heimat hält es Buchegger nicht so sehr. Ein Wunder eigentlich, dass ihn der Waldrapp so gar nicht gereizt hat. Auch vom Wildkaninchen hat er den Zeichenstift gelassen, wohl um nicht mit Dürer verwechselt zu werden. Es gibt ja Leute, die Hasen und Kaninchen nicht so ohne weiteres auseinanderhalten können.

Bedrohte Arten, bis Ende Oktober 2016 im Haus der Natur – www.hausdernatur.at
Bilder: Haus der Natur

 

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