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Nur ganz kurze Zeit mit Bartók

FESTSPIELE / YEFIM BRONFMAN

11/08/22 Zwei Mal hat Yefim Bronfmann dieser Tage Béla Bartóks forderndes zweites Klavierkonzert gespielt. Das zehrt sicherlich an interpretatorischer Substanz. So gesehen mochte man dem Pianisten nachsehen, dass er „aus gesundheitlichen Gründen“ die von ihm für seinen Soloauftritt im Großen Saal des Mozarteums ausgesuchte Werkfolge modifizierte.

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Das Survival der böhmischen Polka

FESTSPIELE / BARENBOIM

11/08/22 Die Sache hat etwas Pikantes: Das West-Eastern Divan Orchestra vereint Musiker aus Israel und den Gebieten der Palästinenser, mit dem erklärten Ziel, gegen Nationalismen anzukämpfen. Und dann spielt dieses Orchester ausgerechnet Smetanas Zyklus Má vlast (Mein Vaterland) – zur Entstehungszeit eine musikalische Kampfansage für tschechische Selbstbehauptung gegenüber der Habsburgermonarchie.

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Brummt bös oder pfeift dunkelblau

FESTSPIELE / c-MOLL-MESSE / HERREWEGHE

10/08/22 Zufall? Vor genau fünfhundert Jahren wurde Johann von Staupitz zum Abt von St. Peter geweiht. Er, zuvor Beichtvater von Martin Luther, versuchte vergeblich, diesen nach Salzburg zu locken. Philippe Herreweghe, 75jährig, holte dies jetzt beim Kirchenkonzert nach, indem er Mozarts c-Moll Messe von Mendelssohn vertonte Worte des Reformators voranstellte.

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Eine Pilgerreise zu den Hausgöttern

FESTSPIELE / ANDRÁS SCHIFF

10/08/22 Die Aria aus den Goldberg-Variationen. „Das Zugabenstück“, ließ András Schiff seine erstaunten Zuhörer wissen. Warum die Zugabe am Anfang? Weil eine solche nach dem Hauptwerk des Solistenkonzerts „eine Zumutung“ wäre...

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Mit Alphörnern auf Mikroton-Suche

FESTSPIELE / RSO WIEN / MARIN ALSOP

10/04/22 Ein bisserl hinterfotzig könnte man fragen: Wozu in Mikrotönen komponieren, wenn eh vier Alphörner spielen? Aber in diesem Fall war's das Schweizer Hornroh Modern Alphorn Quartet, und das sind tolle Bläser und nicht irgendwelche Almhirten. Die Dissonanzen-Reiberei hatte also System.

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Zum zweiten Mal am Start

HINTERGRUND / FESTSPIELE / AIDA

09/08/22 Es sei bestimmt mehr drin, darum gebe man Shirin Neshat und ihrer Sicht auf Verdis Aida eine zweite Chance. So etwa begründete Markus Hinterhäuser bei der Präsentation des aktuellen Festspielprogramms seine Entscheidung fürs Überarbeiten einer Produktion, die 2017 nicht gerade euphorische Gefühle geweckt hat. Er spricht bewusst von einer Neuproduktion.

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Sehnsüchte und vokale Tondichtungen

FESTSPIELE / JONAS KAUFMANN

08/08/22 Ein Startenor wie Jonas Kaufmann füllt natürlich das Große Festspielhaus – trotzdem muss man es als Ort für intime Vokalkunst in Frage stellen. Allzu viel verpufft da, allzu sehr wird der Sänger zum Forcieren angestiftet. Obwohl Jonas Kaufmann es damit gottlob nicht übertreibt.

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Katĕrinas Seele ist ein weites Land

FESTSPIELE / KÁŤA KABANOVÁ

08/08/22 Alexander Ostrowski hat das Schauspiel Gewitter, auf dem die Oper Káťa Kabanová fußt, 1869 geschrieben, also vierzig Jahre vor Schnitzlers Das weite Land. Aber Leoš Janáček komponierte zehn Jahre später, und da hat er (als sein eigener Librettist) die Freud'sche Tiefenpsychologie über die seelische Unerfülltheit in den Noten noch deutlich nachgeschärft.

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Wumms mit Stillstand

FESTSPIELE / WIENER PHILHARMONIKER / NELSONS

08/08/22 Andris Nelsons und die „Wiener“ sorgten in Salzburg mit der Fünften Mahler für nicht ganz berechtigten Jubel im Großen Festspielhaus. Yefim Bronfman begeisterte als Solist im zweiten Klavierkonzert von Béla Bartók.

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Oktopus und Pflegeroboter

FESTSPIELE / VERRÜCKT NACH TROST

07/08/22 Thorsten Lensing ist ausgezogen, mit seinen Bühnen-Vertrauten ein gutes Stück Leben zu erobern. Dazu gehört nun mal das Sterben. Bevor's aus ist, gieren alle nach positivem Zuspruch. Das erste Mal hat Lensing selbst einen Theatertext geschrieben. Verrückt nach Trost wurde bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt – eine Folge von Psycho-Etüden zwischen Komik und Melancholie.

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Eine Klavier-Festung in der Klassik-Brandung

FESTSPIELE / SOKOLOV

07/08/22 Sokolov ist aus Salzburg nicht wegzudenken. Wie Pollini. Wie der Jedermann. „Ein feste Burg“ ist er. Unangreifbar. Gefeit vor pianistischen Moden und Exaltiertheiten des Klassikmarkts. Verspieler gibt es bei ihm auch keine. Grigory Sokolov erntete diesmal Jubel mit Beethoven, Brahms und Schumann.

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Arien der Liebe, Symphonien der Freude

MOZART-MATINEE / FISCHER / LEZHNEVA

06/08/22 Konzerte, in denen die Befindlichkeiten von Welt und Mensch dekliniert und deren  meist nicht so guter Zustand reflektiert werden, sind schon gut und richtig. Festspiele sind ja nicht nur zur Unterhaltung da. Umsomehr beglückt freilich ein Termin, bei dem höchste Spiel-Lust und Kunst zusammentreffen und Freude pur bescheren.

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Lebensende-Musik voller Leben

FESTSPIELE / HAGEN QUARTETT

06/08/22 Letzen Werken eignet der Nimbus des Grenz-Überschreitenden. Das trifft's durchaus bei den teils unruhevoll und düster in sich kreisenden letzten drei Schostakowitsch-Quartetten. Aber Todesmusik? Das Hagen Quartett bezeugte einmal mehr auch deren pulsierende Kraft.

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So richtig kulinarisch

FESTSPIELE / YUJA WANG

06/08/22 Bei ihrem Festspiel-Rezital-Debüt im Haus für Mozart, als Einspringerin für den armmaroden Evgeny Kissin, erschien sie zunächst im „kleinen Roten“, nach der Pause im noch kleineren „Grünen“. Doch trotz des Revuegirl-Outfits wirkt Yuja Wang fast schüchtern, wenn sie in Stöckelschuhen aufs Podium stakst und beim Verbeugen ins Publikum lächelt.

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Gefühlsvulkan

HINTERGRUND / FESTSPIELE / KÁT'A KABANOVÁ

05/08/22 Nach Offenbachs Orphée aux enfers 2019 war für Regisseur Barrie Kosky klar, dass seine nächste Arbeit bei den Festspielen einen Kontrast dazu darstellen sollte. Geworden ist es Káťa Kabanová von Leoš Janáček.

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Diese ewige Blumenblüherei – zum Kotzen

FESTSPIELE / LIEDERABEND GOERNE - HINTERHÄUSER

05/08/22 „Was soll ich den ab acht Uhr früh machen in der Emigration außer komponieren?“ Hanns Eisler hat zwischen 1942 und 1943 aus Verzweiflung und Langeweile haufenweise Gedichte, vor allem von Bertolt Brecht, vertont. Entstanden ist das Hollywooder Liederbuch. Matthias Goerne und Markus Hinterhäuser überwältigten mit Eisler, Schubert und Schumann.

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Buffo-Revue und Bilderflut - die Zweite

FESTSPIELE / IL BARBIERE DI SIVIGLIA 

05/08/22 Es mag Änderungen in Details geben, es wurde natürlich wieder geprobt. Sonst wirkt die Wiederaufnahme von Rossinis Barbiere am 4. August in derselben Besetzung wie am 3. Juni einfach wie eine Vorstellung zwei Monate nach der Premiere. Letztere war ein Triumph. Das Publikum liebt, zum größten Teil, die clowneske Inszenierung von Rolando Villazón und spendet wieder Jubel.

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Ganz frei fürs Erschaffen der Erzählung

HINTERGRUND / VERRÜCKT NACH TROST

04/08/22 Thorsten Lensing habe „Szenen geschrieben, die er von uns gespielt haben wollte“, sagt die Schauspielerin Ursina Lardi. Seinen ersten eigenen Theatertext Verrückt nach Trost hat der Regisseur also Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi und Devid Striesow, mit denen er teilweise schon seit zwanzig Jahren zusammenarbeitet, gleichsam auf den Leib geschrieben.

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Stampfende Vitalität und zeitlose Archaik

FESTSPIELE / JERUSALEM QUARTET

04/08/22 Es waren wahrlich Sternstunden erfrischend erfüllten Musizierens, welche die vier Herren aus Israel boten: In der Serie Zeit mit Bartók spielte das Jerusalem Quartet am 1. und 3. August im Großen Saal des Mozarteums alle sechs Streichquartette von Béla Bartók. Es war schön, diesen großartigen Werkkomplex wieder einmal komplett und in all seinen Facetten zu hören.

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Der blaue Luftballon der Romantik

FESTSPIELE / SPANISCHES LIEDERBUCH

02/08/22 Ein groß dimensionierter Liederabend mit Wolfs Spanischem Liederbuch im Haus für Mozart. Julia Kleiter und Christian Gerhaher auf der Klavierwolke von Ammiel Bushakevitz. Was wir über den Umweg des Liedgesangs über eigene Vorurteile gegenüber der Lyrik aus dem 19. Jahrhundert lernen können.

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