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Fettklößchen gegen den Hunger

FEST ZUR FESTSPIELERÖFFNUNG

28/06/18 „Wenn wir Ihren Geschmack herausfordern dürfen, wenn wir Sie dazu bringen, sich mit neuen Klängen auseinanderzusetzen, wenn wir unsere Spielfreude weitergeben können, dann ist unser höchstes Ziel erreicht“, sagt Renate Stelzl, die das Fest zur Festspieleröffnung am 20. und 21. Juli organisiert.

So beharrlich man am Eröffnungsfestakt zum Traditionstermin am 26. Juli festhält: De facto beginnen die Festspiele ja schon eine Woche vorher, mit der Ouvertüre spirituelle. Das Wochenende vom 20./21. Juli ist also der nahe liegende Festtermin. Mehr als 10.000 Zählkarten stehen zur Verfügung, man darf wieder mit einer gehörig langen Menschenschlange rechnen, wenn die Ausgabe am nächsten Samstag (7. Juli) im Kartenbüro der Festspiele (Hofstallgasse) beginnt. Dreißig Spielorte und 74 Programmpunkte sind für heuer aufgelistet.

Die Grande Dame der Oper, Kammersängerin Christa Ludwig, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag gefeiert hat, gibt bei einer öffentlichen Meisterklasse am 21. Juli in der Universitätsaula ihr Wissen an die Sängerinnen und Sänger des Young Singers Projects weiter. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler führt am 21.7. durchs Große Festspielhaus zu ausgewählten Kunstwerken. Anlass ist das neue Buch „Das Große Festspielhaus – Clemens Holzmeisters Gesamtkunstwerk“, das bei dieser Gelegenheit vorgestellt wird.

Buhlschaft-Darstellerin Stefanie Reinsperger stellt sich am 20. Juli im republic in den Dienst der guten Sache und widmet ihre Lesung und Signierstunde der Salzburger Wärmestube, die Obdachlose unterstützt. Die Schauspielerin, die mittlerweile Mitglied des Berliner Ensembles ist, wird aus Éric-Emmanuel Schmidts Erzählung „Oskar und die Dame in Rosa“ lesen. Jedermann-Darsteller Tobias Moretti ist am 21.7. dabei, wenn ein handverlesenes Ensemble im Haus für Mozart „A Fiddler’s Tale“ von Wynton Marsalis hören lässt. Dieses Stück, das sich an Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ annähert, ist in Österreich erst ein einziges Mal aufgeführt worden.

Auch der Tod aus dem „Jedermann“ ist umtriebig: Peter Lohmeyer liest in der Edmundsburg aus seinem Lieblingsbuch „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ von Friedrich Christian Delius. Ein weiteres Mitglied aus dem Jedermann-Ensemble: Johannes Silberschneider ist Gast beim Konzert des Quintetts ZINQ, das für eine Mischung aus Kammermusik, freier Improvisation und Klangskizzen bekannt ist.

Kathrin Angerer, die in diesem Festspielsommer in Frank Castorfs Inszenierung von Knut Hamsuns „Hunger“ spielen wird, gibt eine Lesung, aus Guy de Maupassants Novelle „Boule de suif“ (Fettklößchen).

Auch musikalisch bietet das Fest zur Festspieleröffnung besondere Möglichkeiten: So können Besucher die verschiedensten Musikstile und Ensembles in der Altstadt erleben. Sinfonia De Carneval zum Beispiel zeichnen musikalische Portraits von bunten Karnevalsgestalten. Das Trio vereint dabei Jazz mit der Rhythmik Lateinamerikas. Das Ensemble Klavier Korea verbindet Beethoven oder Chopin mit zeitgenössischen Klängen seiner Heimat. Auch Café Drechsler sind für einen ganz eigenen, unabhängigen Stil bekannt – sie verwandeln Elektromusik in akustische Musik. Aber auch klassische Musik wird es zu erleben geben: Etwa mit der SAOS Orchestra Academy, bei der arrivierte Musiker und Musikerinnen mit künftigen Musikprofessionisten auf der Bühne stehen oder beim Kammerkonzert der Internationalen Sommerakademie Mozarteum. Der Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor lädt anlässlich seines zehnjährigen Bestehens zu einem Konzert in die Universitätsaula.

Für Kinder und Jugendliche gibt es beim Fest zur Festspieleröffnung unter anderem im republic die Abschlussaufführung des diesjährigen Jedermann-Camps: Die Teilnehmer des Camps proben zuvor eine Woche lang, um ihre eigene Stückfassung zu präsentieren.

Der volkskulturelle Höhepunkt des Festes ist der Salzburger Fackeltanz, bei dem etwa hundert Paare der verschiedenen Brauchtumsgruppen aus Salzburg und dem Umland 13 Figuren zeichnen.

Die Ausgabe der Zählkarten erfolgt ab Samstag (7.7.), 9.30 Uhr, an der Tageskasse der Salzburger Festspiele in der Hofstallgasse. Pro Person werden maximal vier Karten pro Vorstellung ausgegeben. Zählkarten können heuer erstmals aber auch mit der „Gretchen App“ online gebucht werden. Da fällt freilich pro gebuchter Zählkarte eine Gebühr von 5 € an.
Die Generalprobe zum „Jedermann am 21. Juli um 21 Uhr ist öffentlich, die Karten kosten zwischen 25 bis 105 Euro und sind bereits ab 6. Juli im Kartenbüro erhältlich.
Der Programmfolder online
Bilder: Salzburger Festspiele / Anne Zeuner (1); Ulrike Rindermann (1); Maria Frodl (1)

 

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