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Ein Tag reiner Freude

FEST ZUR FESTSPIELERÖFFNUNG

24/06721 59 Programmpunkte an 24 Spielorten am 18. Juli. Viele Indoor-Termine zwischen Landestheater, Mozarteum, Felsenreitschule oder Szene Salzburg. Und hochmotivierte Künstlerinnen und Künstler. „Vom ausnahmsweisen Geschenk wurde das Fest zur Festspieleröffnung zu einer selbstverständlichen Darbietung.“ Das Ziel: „Lust auf mehr.“

Von Heidemarie Klabacher

1980 habe es das erste „in ausgebauter Form“ veranstaltete Fest zur Festspieleröffnung gegeben, erinnert Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler: „Lorin Maazel leitete die Wiener Philharmoniker auf dem Universitätsplatz.“ Damit wollte man seinerzeit die gespannte „Lage zwischen Hoch- und Populär-Kultur“ entspannen. Eine Unterscheidung, die sie längst nicht mehr leiden könne, die zum Glück längst obsolet geworden sei „Gerard Mortier hat das dann mit viel Liebe ausgebaut.“ Inzwischen ist seit 15 Jahren Renate Stelzl die künstlerische und organisatorische Leiterin: „Sie ist die Regisseurin des Festes.“ Renate Stelzl habe das Programm so geplant, „dass alles möglich ist, egal ob die große Corona-Öffnung kommt oder nicht.“

Denn „natürlich“ finde das Fest zur Festspieleröffnung „noch unter Corona-Vorschriften statt“, betonte Helga Rabl-Stadler bei der Programmpräsentation heute Donnerstag (24.6.) auf der Presseterrasse: „Zählkarten können ab 3. Juli 9 Uhr online bestellt werden. Es sind personalisierte print@home-Tickets, die mit Ausweis vorzulegen sind.“ Veranstaltungen im Freien werden räumlich abgetrennt, der Zutritt ebenfalls kontrolliert. Nicht zuletzt, weil Zutrittskontrollen zu Sälen leichter zu organisieren sind, fänden mehr Programmpunkte als je zuvor „drinnen“ statt. Spielzeugmuseum, Salzburg Museum, DomQuartier, Museum der Moderne, Haus für Mozart, Felsenreitschule, Marionettentheater und Landestheater oder Szene Salzburg sind einige Locations Auf „kleine“ Säle habe man aber logischer weise verzichtet.

Der Wunsch von 1980, „auf allen Plätzen zu spielen“ habe sich, zusammen mit der berühmten Devise „Die ganze Stadt ist Bühne“ letztlich „gar nicht so bewährt“, sagt Helga Rabl-Stadler: „Entweder, es ist zu heiß, oder es regnet. Heutzutage ist es eher die Hitze.“ So sei es naheliegend, auch Veranstaltungen des Fests zur Festspieleröffnung „in den Häusern“ zu spielen: „Zu besten Hörbedingungen und alles gratis zugänglich. Vielleicht nimmt das Hemmschwellen.“ Wenn jemand schon im Rahmen des Festes zur Festspieleröffnung etwa in der Felsenreitschule gewesen sei, ist die Hemmschwelle für weiteres überwunden.

Stadt und Land Salzburg, die Freunde der Salzburger Festspiele und die Festspiele selber finanzieren gemeinsam den großangelegten Eröffnungs-Event zwischen Fackeltanz und War Requiem. Die Hälfte der Kosten von – „wirklich ganz grob geschätzt – gut 250.000 Euro trägt allein der Verein der Freunde, der etwa auch dafür sorgt, dass auch schon die Karten zum Fest zur Festspieleröffnung als Bus-Ticket gelten.

„Durch Covid ist alles teurer geworden“, berichtet Helga Rabl-Stadler. „Wir brauchen doppelt soviel Personal, wegen der Zutrittskontrollen – und man will ja keine Schlangen erzeugen, wegen der Gesundheit vor allem, aber auch, weil man Menschen die Lust auf Kunst und Kultur nicht nehmen will.“ Das gilt für die Veranstaltungen der Festspiele wie für das dichte Programm des Festes zur Festspieleröffnung.

Ensembles der Wiener Philharmoniker, Mirga Gražinytė-Tyla (eine Gewinnerin des Young Coductors Awards der Festspiele) und das City of Birmingham Syphonie Orchestra, die Jedermann-Partie (aber ohne Jedermann und Buhlschaft) mit Lesungen, eine Don Giovanni-Bühnenorchesterprobe, die Salzburger Brauchtumsschützen auf den Stadtbergen ein Workshop Maskenbasteln im Kunstlabor der Residenzgalerie und überhaupt ein umfassendes Kinder- und Jugendprogramm: 59 Veranstaltungen an 24 Spielstätten sind es insgesamt.

Eröffnet werden die Salzburger Festspiele in Etappen: Am 17. Juli ist die „inoffizielle Eröffnung“ mit der Jedermann-Premiere auf dem Domplatz. Am Sonntag 18. Juli steigt das Fest zur Festspieleröffnung, „die wahre Eröffnung“ folgt dann am 25. Juli.

Fest zur Festspieleröffnung am Sonntag 18. Juli ab 9 Uhr - www.salzburgerfestspiele.at -
Bilder: SF / Anne Zeuner

 

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