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Good Bank statt Bad Bank

STICH-WORT

16/05/12 „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ So ätzte Bertolt Brecht in seiner „Dreigroschenoper“. Ob Salzburger tragkräftige Ideen entwickeln in Sachen Bankenwesen? Im Landestheater wird man das im nächsten Jahr überprüfen können.

Es wird wohl auch streng darauf zu schauen sein, dass nur ja keine subversiven Ideen auftauchen, sondern die bühnenliterarische Geld-Welt à la Salzburg eine bessere, gerechtere sein wird.

„Wir gründen eine Bank“ jedenfalls wird, wie berichtet, ein Stückprojekt in der kommenden Saison heißen (Premiere ist am 24. November). Eine der Textvorlagen ist der Roman „Geld“ von Émile Zola. Dessen Szenario soll verblüffende Parallelen zwischen der Fiktion von 1895 und den Realitäten von 2012 aufweisen. Zolas Text soll im Landestheater mit verschiedenen anderen Dingen verschnitten und aufgepeppt werden, unter anderem mit Texten von Salzburgerinnen und Salzburgern. Solche zu schreiben ruft Landestheater-Intendant Carl Philip von Maldeghem nun auf. Er und Astrid Großgasteiger werden Regie führen.

„Das Salzburger Landestheater startet ein Bürgerprojekt“, heißt es in der Aussendung. „Die dramatische Vision“ sei klar:Salzburgerinnen und Salzburger „sind aufgerufen, ihre Erfahrungen mit Banken in ein Theaterstück, das die Utopie eines besseren Lebens- und Wirtschaftsmodells entwerfen soll, einzubringen“.

Schon für das Projekt „Himmel über Berlin“ (2010) hat das Landestheater solche Wortspenden erbeten und auch bekommen. Intendant Carl Philip von Maldeghem schildert das Anliegen: „In dem Stück ‚Wir gründen eine Bank’ geht es um eine Bank, so wie wir sie heute kennen, und gleichzeitig geht es um das Zukunftsmodell einer besseren Bank. Ich bin überzeugt, dass die schweigende Mehrheit eine Menge dazu beitragen kann - wir werden eine Gegenöffentlichkeit herstellen.“

Man kann eigene Erfahrungen mit Aktien, Sparbüchern und anderen Bankgeschäften einbringen, egal ob positiv oder negativ. Die literarische Form ist egal. Ebenso gefragt sind Ideen und Visionen für ein besseres Modell: für die Bank der Zukunft oder die Wirtschaftsordnung der Zukunft. „Schicken Sie uns auch hier Ihre Beiträge in der von Ihnen bevorzugten Form, sei es als Dialog, sachlichen Text, Forderung oder Ich-Erzählung."

Geplant sei eine Veröffentlichung im Programmbuch zum Theaterstück, heißt es. Die emsigen literarischen Bankberater dürfen dann auch Proben und eine Voraufführung besuchen. Von Konsulentenverträgen in Sachen Theaterfinanzierung ist aber noch nicht die Rede. (dpk-krie)

Es ist nicht notwendig, die Texte mit Namen zu zeichnen. Auch Anonymes wird entgegengenommen, per E-Mail ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ), aber auch auf Papier (dann kann man es per Post schicken oder beim Portiert des Landestheaters abgeben). Einsendeschluss ist der 15. Juni 2012.
Bild: Landestheater

 

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