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Hohe oder nicht so hohe Schulden?

KOMMENTAR

hkVon Heidemarie Klabacher

14/05/13 Nicht richtig sei, dass die Szene Salzburg 512.000 Euro Schulden hat, wie heute Dienstag (14.5.) in einigen Salzburger Zeitungen steht. Das betonte die neue Szene-Intendantin Angela Glechner bei der Programm-Präsentation zur Sommerszene.

Schulden gibt es, ja. Aber dazu kommt Angela Glechner wie die sprichwörtliche Jungfer zum Kind. Es geht um die Jahre 2007 bis 2009. Glechner hat die Szeneleitung 2012 übernommen.

Wie zahlreiche weitere Kulturinstitutionen habe es 2011 auch bei der Szene Salzburg „eine große Prüfung gegeben“. Zu zahlen sind beispielsweise noch 101.200 Euro, für einen Kredit, den man aufgenommen hat, um Rückzahlungen an die Sozialversicherung zu leisten: „Festgestellt wurde nämlich, dass freie Techniker von uns hätten angestellt werden müssen“, erklärte Angela Glechner.

Der aktuelle Schuldenstand beträgt laut Szene-Angaben 241.000 Euro und nicht kolportierte 500.000 Euro. Das wäre ein Budget von zwei Sommerszenen. Man ist also „nur“ ein Festival-Budget schuldig. Angela Glechner fährt jetzt einen Sparkurs. Der Spielraum für eigene Produktionen der Sommerszene sei gering. Unter dem Jahr sei das republic viel eher ein „offenes Kulturhaus“ denn eine Produktionsstätte. Sie wolle wohl das Profil des republic „ein wenig schärfen“, arbeite auch schon an Kooperationsplänen mit heimischen Gruppen (etwa um Sergej Pumper). Dennoch mache die Szene – außer dem kleinen Tanzfest im Jänner, das heuer übrigens ausgesetzt wurde und erst 2014 wieder stattfinden soll – neben der Sommerszene nichts „Eigenes“.

In den vergangenen beiden Jahren waren die „Sommerszene“-Veranstaltungen kostenlos zugänglich. Dass sie heuer erstmals wieder „verkauft“ werden, wird Subventionsgeber und Wirtschaftsprüfer freuen.

Vor allem aber ist es des Eindrucks und der Außenwirkung willen gut und begrüßenswert – nicht nur wegen des Einkommens. Denn tatsächlich gilt: „Was nix kost’, is nix wert.“ So gut gemeint die Initiative von Angela Glechners Vorgänger Michael Stolhofer gewesen war, freiem Eintritt zu allen Veranstaltungen der Sommerszene zu gewähren: Es war, wie sich herausgestellt hat, wirtschaftlich desaströs. Und problematisch war zugleich das Zeichen, das damit gesetzt wurde. Es „kommt“ einfach besser, wenn man sich um Karten anstellen, im besten Fall drum raufen muss.

Zum Vorbericht auf die Sommerszene 2013 Auftakt mit Sternstunde

 

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