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Cinétheatro Neukirchen




Als im Dezember 1987 die Kinomaschinen in Neukirchen im neu geschaffenen cinetheatro mit "Blue velvet" wieder angeworfen wurden, stand eines bereits fest: der Atem der Verantwortlichen wird ein langer sein müssen, um im obersten Oberpinzgau den filmischen Spielbetrieb aufrechterhalten zu können. Veraltete Vorführgeräte, eine riesige Mono-Box sorgte für den "Sound" (oder was man halt darunter verstand) und lauter freiwillige, aber ehrgeizige ehrenamtliche Mitarbeiter, die vom Bedienen der Kinotechnik genauso wenig Ahnung hatten wie der Verantwortliche selber. Doch die Besucher kamen, das spornte an!

Lehrer, Sportartikelhändler, Studenten, Gemeindebedienstete, ein Rechtsanwalt - sie alle übten den Job des Vorführers aus, waren infiziert von der Idee, das Kino in Neukirchen am Leben zu erhalten. Dies auch deshalb, weil es darum ging, ein Filmprogramm anbieten zu können, das sich wohltuend von anderen Kinos abhebt und eben nicht dem großen Mainstream folgt.

Diese Programmgestaltung  wird bis zum heutigen Tag praktiziert: ca. 70% unserer Filme sind Prädikatsfilme, 20 % sind preisgekrönte Festivalfilme und nur 10 % des filmischen Angebotes entfallen auf "garantierte" Kassenfüller (müssen deshalb aber nicht immer der seichten Kategorie angehören).

Mit diversen Festivals wurde versucht, das normale Spielprogramm (immer am Wochenende, ausgenommen die Sommermonate) zusätzlich aufzuwerten. Ein Wochenschau-Festival (der Verein ist im Besitze von ca. 600 Original-Wochenschauen aus den 60er, 70er und 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts!), ein Fuzzy-Film-Festival, eine Kinonacht, mehrere Bergfilm-Festivals waren von durchwachsenen Erfolgen gekrönt.

Mittlerweile wurden natürlich die Vorführmaschinen ausgewechselt, die Tonanlage wurde durch eine DolbySurround-Anlage ersetzt, die Leinwand wurde erneuert, eine weitere wurde eingebaut, die mit dem Theaterbetrieb "kompatibel" ist, DVD-Player und Beamer können eingesetzt werden und trotz allem erscheint alles wie ein Kampf gegen Windmühlen. Aber alleine die Tatsache, dass die Kinoabteilung pro Jahr für die Schulen der Umgebung (4 Volksschulen, 3 Hauptschulen, 1 Gymnasium, 1 PTS) zwei bis drei Mal spezielle Filme anbieten kann, die im Rahmen des Unterrichtes besucht werden (zu äußerst günstigen Konditionen), ist Antrieb genug, den Filmbetrieb des Vereins am Leben zu halten.

Und nachdem auch das Kino Mittersill schließen musste und es im Pinzgau nur mehr ein einziges Kino mit täglichem Betrieb (Zell am See) gibt, wird alles unternommen werden, die Abteilung Kino des Kulturvereins weiterhin zu erhalten, denn warum sollen diejenigen Besucher, ca. 2000 jährlich, dafür "bestraft" werden und ihnen etwas weg genommen werden, was sie mittlerweile ins Herz geschlossen haben?

Zum m2-kulturexpress

m²-kulturexpress

Bahnhofst 117
5741 Stadt : Neukirchen am Großvenediger

Tel.: +43 6565 6675; +43 664 2143221

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www.cinetheatro.com



 

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