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Eine Anregung zum Vorauslesen

RAURISER LITERATURPREIS / NOMINIERUNGEN

14/12/12 Nicht alle Kapazitäten im Büro von David Brenner sind offenbar mit der Causa prima befasst, es bleiben noch Rest-Kapazitäten für anderes aus dem ahnsehnlichen Portfolio politischer Zuständigkeiten. Dazu gehört zum Beispiel der Rauriser Literaturpreis.

Da das Land ja doch nicht so rasch bankrott gehen wird, ist mit einer Vergabe der mit 8.000 Euro dotierten Auszeichnung im kommenden April ja durchaus zu rechnen. Fünf deutschsprachige Prosa-Erstveröffentlichungen stehen wie üblich auf der "shortlist" für den Rauriser Literaturpreis 2013. Einer von den Fünfen wird also das Rennen machen, eine Jury entscheidet.

Die 1984 in Baku geborene Olga Grjasnowa wurde für ihren bei Hanser erschienenen Debütroman “Der Russe ist einer, der Birken liebt“ ins Auge gefasst: Mascha ist jung und eigenwillig, sie ist Aserbaidschanerin, Jüdin, und wenn nötig auch Türkin und Französin. Als Immigrantin musste sie in Deutschland früh die Erfahrung der Sprachlosigkeit machen. Nun spricht sie fünf Sprachen fließend. Die Autorin, die selbst viel herumgekommen ist und derzeit in Berlin Tanzwissenschaft studiert, hat da wohl einige Selbst-Erfahrung eingebracht.

 
Auch Ali - Hauptfigur im Roman “Mohr im Hemd oder Wie ich auszog die Welt zu retten” von Martin Horváth, ist ein kleines Sprachgenie. Angeblich kann er vierzig Sprachen und Deutsch am allerbesten. Das ist erstaunlich für einen Fünfzehnjährigen, der irgendwo aus dem Westen Afrikas kommt. Über das Leben und Sterben in den ärmeren Ländern der Welt weiß er, so behauptet er jedenfalls, alles. Vor allem ist er ein Geschichtenerzähler, und er tut das in einem Wiener Asylbewerberheim. Ali ist, so heißt es im Klappentext des in der Deutschen Verlagsanstalt (DVA) erschienenen Buches, “ein Erzählverführer, der mit beißendem Spott und subversivem Humor bewaffnet zur täglichen Weltrettung antritt“.

Im verschneiten Kanada spielt “Export A” von Lisa Kränzler (erschienen im Verbrecher Verlag). Eine deutsche Austauschschülerin wird auf einer Party vergewaltigt und recht sich an ihrem Peiniger - oder auch nicht. So klar wird das nicht in der vielschichtigen Geschichte.
Daniel Mezgers “Land spielen“ ist im Salis Verlag herausgekommen. Eine Geschichte von den “Schmerzzonen der Existenz” schwärmte der Kritiker in der NZZ, wobei der “Verstoßung aus den Träumen einer besseren Welt durchaus eine robuste Komik innwohnt”.

Schließlich noch Mathias Senkel, mit “Frühe Vögel“ (Aufbau Verlag): der Roman über eine Familie, die hoch hinaus will - ins Weltall nämlich. Die Geschichte setzt aber noch im deutschen Kaiserreich ein, die Zeit ist vorerst also nochnicht ganz reif für das Vorhaben.
Der Rauriser Literaturpreis wird seit 1972 vergeben, für die beste Prosa-Erstveröffentlichung in deutscher Sprache. (Landeskorrespondenz/dpk-krie)

Die Rauriser Literaturtage 2013 finden von 3. bis 7. April 2013 statt. - www.rauriser-literaturtage.at
Bild: Hanser Verlag / Peter-Andreas Hassiepen


 

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