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Feine kleine Steinchen, buntes Bild

MOSAIK / BUCHPRÄSENTATION

27/06/14 Sieben Mikrofone sind im Gewölbe des Urbankellers, die sieben Autorinnen und Autoren im Publikum verteilt. Vorhaben, Lesungen, Buchpräsentation und Gäste gerieren sich von Beginn an als runde stimmige und stimmungsvolle Sache: Es gilt, die zehnte Ausgabe von „mosaik - Zeitschrift für Literatur und Kultur“ zu feiern.

Von Ulrike Guggenberger

Von Studierenden geschrieben und herausgegeben für Studierende der Universität Salzburg, feiert „mosaik“ mit seiner zehnten Ausgabe immerhin schon ein respektables erstes Jubiläum.

Herausgeber der Zeitschrift für Literatur und Kultur sind Josef Kirchner und Sarah Oswald. Aus Freude über das gut etablierte Zeitschriftenprojekt Mosaik und aus der Erfahrung „Kontinuität braucht Fortschritt“ entwickelte sich ihre Idee, die zehnte Ausgabe der Zeitschrift als Kurzprosaband herauszugeben. Aus den Einreichungen von hundert Autorinnen und Autoren hatten Josef Kirchner und Sarah Oswald jene sieben Kurztexte ausgewählt, die nunmehr in Buchform unter dem prägnanten Titel „X“ vorliegen.

Das ist ein vielsagendes, ein für vieles stellvertretend stehendes X - selbst für die ISBN Nummer.

Auch für die Buchpräsentation im Urbankeller ist man vom üblichen Schema ein wenig abgerückt. So wurden etwa die literarischen Texte vor der offiziellen Einführung und der üblichen Begrüßung gelesen.

Pointiert-sinnierende Kurzgeschichten sind in X da versammelt. Darunter sind gleichsam zu Texten gewordene Selbstgespräche, wie etwa Sarah Eders Patient X oder Lisa Viktoria Niederbergers nächtlicher Gedankengang Eischlafen , in dem sie ihren „freind“ um seinen problemlosen Schlaf beneidet und bei der „oamen, sudernden wohlstandsgesellschaft“ landet. Berührende, hilflos kreisende Gedanken hält Birgit Birnbacher in Winterhart fest. Munter fabuliert Andreas Haider in seiner Geschichte Der Piratenschatz. Geheimnisvoll phantastisch die Erzählung Markus Hittmeiers Schwarzer Sand. Intellektuell hingegen Florian Mulitzers X Manifesto. Florian Lambrechts Erzählung Kreuz der Hoffnung endet in einer Verzweiflungstat.

Unterschiedlichste Texte von unterschiedlichsten jungen Autorinnen und Autoren - alle zusammen aber eint ein feines Talent zum Schreiben.

Nach den Lesungen hielt Gabor Schuster vom Verlag „Neues Leben“, in dem Mosaik X erschienen ist, eine Laudatio auf das Medium Buch, das „seit fünfhundert Jahren Alltagsgegenstand“, gegen die Flüchtigkeit der Zeit „seine Unabkömmlichkeit behauptet“.

X. Kurzprosa. Zusammengestellt von mosaik – Zeitschrift für Literatur und Kultur herausgegeben von Josef Kirchner und Sarah Oswald. Mit Texten von Birgit Birnbacher, Sarah Eder, Andreas Haider, Markus Hittmeir, Florian Lambrecht, Thomas Mulitzer und  Lisa Viktoria Niederberger. Verlag Neues Leben, Salzburg 2014. 9,90 Euro - mosaikzeitschrift.wordpress.com

Bild: mosaikzeitschrift.wordpress.com

 

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