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Duos für Erzbischof Colloredo

MICHAEL-HAYDN-WOCHE

05/09/16 „Alle Philharmoniker hangen an ihm, verlangten Kompositionen und Haydn, damals ungemein lebhaft, tätig und gefällig, lieferte eine Menge derselben.“ Das schrieb einst der Benediktiner Beda Hübner in seinem berühmten Diarium. Die Rede war vom Salzburger Haydn.

Werner Neugebauer (Violine), Hannah Vinzens (Violoncello) und Wolfgang Brunner (Hammerklavier) geben am 8. September den Auftakt zur diesjährigen „Michael-Haydn-Woche“ in Salzburg. „Galant und vergnügt“ ist das Motto des Abends mit Klaviertrios aus dem Umfeld von Michael Haydn und der Familie Mozart.

Ein Programm, das vielleicht gerade heuer, da man sich etwas intensiver mit dem letzten Landesfürsten Erzbischof Colloredo beschäftigt, von Interesse ist: „Von der hohen Kunst des Geigenspiels“ am Freitag (9.9.). In der Michaelskirche spielen Annegret Siedel (Violine) und Stephan Sieben (Viola).

Hieronymus Graf Colloredo war ja absolut kein Kunstfeind (als solcher wird er noch immer manchmal hingestellt). Er war ein ausgezeichneter Geiger und mischte sich bei den üblichen musikalischen Abendunterhaltungen auch gerne unter seine Hofmusiker, um mit ihnen zu spielen. Dieser seiner Liebe zum Violinspiel ist es wohl zu danken, dass drei Zyklen zu je sechs Duos für Viola und Violine entstanden sind, in drei aufeinander folgenden Jahren, jeweils zum Namenstag des Fürsterzbischofs, geschrieben von Michael Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Luigi Gatti.

Das Ensemble Bell'Arte um Annegret Siedel ist dann noch einmal (am 10.9.) in Sachen Divertimenti aktiv. „Man wollte fast nirgendwo mehr etwas anderes hören …, als lauter Haydnsche Kompositionen“, schrieb Beda Hübner in sein Tagebuch.

Am Sonntag (11.9.) schließlich ist im Gottesdienst von St. Peter die Michael Haydns Missa Sancti Gabrielis MH 17 zu hören. Sie entstand noch, bevor Michael Haydn nach Salzburg übersiedelte. 1760 war er noch am Erzbischöflichen Hof in Großwardein (heute: Oradea, Rumänien) tätig. Ursprünglich war sie eine Missa brevis, aber 1768 arbeitete sie der Komponist in Salzburg um, versah sie unter anderem mit längeren Gloria und Credo. Damals war noch Siegismund Schrattenbach Erzbischof. Erst seinem Nachfolger Colloredo war es ein Anliegen, dass die Kirchenmusik nicht ausuferte und ja nicht zu lange dauerte. In der üppigen Fassung jedenfalls führt die Stiftsmusik St. Peter das Werk auf, unter dem neuen Stiftskapellmeister Peter Peinstingl. (dpk-krie)

Detailprogramm - michaelhaydn.com
Bilder: www.barockvioline.eu (1); www.peter-peinstingl.com (1)

 

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