Von „Blind Dates“ und dem legendären Chelsea Hotel

JAZZ & THE CITY / ABSCHLUSS

31/10/17 35.000 Besucherinnen und Besucher. Diese Zahl schätzen die Veranstalter für das am Sonntag (29.10.) zu Ende gegangene Festival „Jazz & The City in der Salzburger Altstadt.

Mittlerweile sei mit hundert Konzerten an rund fünfzig Veranstaltungsorten „die perfekte Größe erreicht“, so die künstlerische Leiterin Tina Heine und Inga Horny, Geschäftsführerin des Altstadt Verbands, in einer abschließenden Presseaussendung. „Der Andrang zu den Konzerten war speziell am Samstag noch stärker als in den vergangenen Jahren. Selbst große Konzertsäle wie der Große Saal der Stiftung Mozarteum, das republic, der Steinway Saal im Musikum und auch der Solitär der Universität Mozarteum waren voll mit BesucherInnen“, so Inga Horny, „da haben wir im nächsten Jahr auf alle Fälle noch Luft nach oben.“

Manche Besucher fragten sich, welche Band sich hinter dem Namen „Blind Date“ verbirgt, der häufiger im Programm zu finden war. Dabei handelte es sich nur um einen Freiraum im Programm des Festivals, erklärt Tina Heine. Diese „Blind Dates“ waren Slots, die für kurzfristige und spontane Künstlerverabredungen, so dass weder die Location selber, noch die Festivalleitung bis oft nur wenige Minuten vorher wusste, welche KünstlerInnen aufspielen werden. „Das war für mich eine spannende, leicht fiebrige Erfahrung im Festival und es hat mich völlig begeistert, mit welchem Enthusiasmus sich die Künstlerinen und Künstler darauf eingelassen haben. Das werden wir auf jeden Fall im kommenden Jahr noch weiter ausbauen“, sagt die künstlerische Leiterin von Jazz & The City.

Solch ein Blind Date gab es beispielsweise mit Volker Goetze im Antiquariat Weinek. Musik war nicht nur in Lokalen zu hören. Das Robert Friedl Duo ließ sich bei bei DIVA by makole hören, Socalled bei Bücher Stierle, Kalle Kalima bei Riverside Guitars. Ein Überraschungskonzert gab es im Jetlag. Airelle Besson im Juwelier De Ungaria oder La Banda bei Herrenmoden Wanger machten den Kunden neugierige Ohren.

Ein origineller Ort war das fiktive Chelsea Hotel im Andräviertel: Unter diesem Namen wurde das leerstehende Wohnhaus in der Paris-Lodron-Straße zum Künstlertreffpunkt. Ein genialer Ort für den persönlichen Austausch zwischen BesucherInnen und KünstlerInnen sowie zahlreichen Performances – Konzerte, Slams, Lesungen und Workshops.

World Music war mit Mokoomba, der ungarischen Gitarristin Zsófia Boros, En El Amor rund um die Alt-Sängerin Nataša Mirković und mit Branko Galoić & Francisco Cordovil genauso vertreten wie Electronic Music mit Komfortrauschen im republic und so unterschiedlicher Soul wie von Shayna Steele oder Rohey. Jazz bekam man u.a. vom Andromeda Mega Express Orchestra beim Opening, von A Novel Of Anomaly, dem Dejan Pecenko Quartet oder Christian Muthspiel & Steve Swallow im Solitär der Universität Mozarteum zu hören. Ganz besondere Klangerlebnisse lieferten Nils Petter Molvær und Stian Westerhus in der Kollegienkirche, der Musiker und Weltentdecker Hayden Chisholm oder auch Drops & Points by Pascal Schumacher, ein Luxemburger Vibraphonist. Über dreihundert Musiker und Festival-Besucher kamen aus dem Ausland, eine Botschaft, was die Cityhotels erfreut verzeichneten. (Altstadtverband/dpk)

Das nächste Festival Jazz & The City findet von 17. bis 21. Oktober 2018 in Salzburg statt – www.salzburgjazz.com
Bilder: Altstadtverband / Andreas Kolarik (3); wildbild (1)