FESTSPIELE / BRASILIEN

Eigenwerbung auch in Brasilien

08/03/10 "Brasilien - ein Land der Zukunft", schrieb Stefan Zweig über sein Exilland 1941. Er selbst sah dann dort doch keine Zukunft - aber für die Festspiele ist das Land offenbar ein Hoffnungsträger. Thilo Mannhardt, Deutsch-Brasilianer und Festspiel-Mäzen, hat Festspielpräsidentin Helga Rabl- Stadler und Konzertchef Markus Hinterhäuser eingeladen,  das Programm in zwei exklusiven Veranstaltungen in Rio de Janeiro zu präsentieren. Am 3. und 4. März war es soweit. "Brasilien befindet sich in einer beeindruckenden Wachstumsphase und ist auf dem besten Weg, sich zu einer neuen Weltwirtschaftsmacht zu entwickeln. Die Menschen sind  hungrig nach Kultur, es gibt hier ein erhebliches hochklassiges Besucherpotential für die Festspiele." So der Mäzen über die Kulturbefindlichkeit in seinem Land.

Die Dramatisierung von Stefan Zweig Novelle "Angst" im diesjährigen Programm ist ein Aufhänger mit Lokalkolorit. Interessant ein Brief von Richard Strauss aus Rio de Janeiro an Hugo von Hofmannsthal vom 5. Oktober 1920. Strauss führte dort mit großem Erfolg seinen Rosenkavalier auf und machte aber gleichzeitig schon Werbung für die gerade gegründeten Salzburger Festspiele.

Die beiden Festspielpräsentationen fanden vor jeweils mehr als 150 Personen in privatem Rahmen statt. Nino Machaidze und Rolando Villazón sangen ein Duett aus “Roméo et Juliette“.

Als besonderes Angebot für neue Gäste schnüren die Festspiele ein „brasilianisches Musikpaket“ in der letzten Augustwoche. Die Brasilianer sollen sich mit einer Mozart-Matinée am 22. August auf den Aufenthalt in Salzburg einstimmen, werden Elektra, Orfeo ed Euridice, Roméo et Juliette sehen, können den Liederabend  von Jonas Kaufmann besuchen und werden ihre Festspielwoche mit den Wiener Philharmoniker, dirigiert von Bernard Haitink, beschließen.

Markus Hinterhäuser: „Wir trafen auf ein ebenso sachkundiges wie neugieriges Publikum.

Es ist wichtig, dass die Festspiele ihren internationalen Radius erweitern.“ - 2009 kamen Besucher aus 34 außereuropäischen Ländern zu den Festspielen. Das Medienecho  im größten südamerikanischen Land sei über allen Erwartungen gelegen, melden die Festspiele. Helga Rabl-Stadler: "Zuerst muss man Publikum gewinnen, dann daraus Freunde und Förderer und aus diesem den Festspielen so wohlgesonnen Biotop Sponsoren und Mäzene."

Weitere Programmpräsentationen der Festspiele haben heuer in New York, Sao Paulo, Istanbul, London, Zürich und München stattgefunden. (PSF)