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Literatur > BuchbesprechungSTRAUB / LITERATURLANDSCHAFT INNERGEBIRGLiteratur-SpurAuf den ersten Literaturführer durch die „Literaturlandschaft Salzburger Seengebiet“ von Silvia Bengesser folgt in der Edition Eizenbergerhof nun der Salzburger Literaturführer „Literaturlandschaft Innergebirg - Pongau Pinzgau“ von Wolfgang Straub.Von Heidemarie Klabacher15/12/08 „Von Amerika aus betrachtet, ist Zell ein winziger Punkt.“ - Ein Satz, wie geschaffen, für eine Sammlung „Erster Sätze von ersten Romanen“. Wolf Haas’ „Auferstehung der Toten“ - der mit den zwei auf dem Sessellift tiefgefrorenen Amerikanern und der handlosen Mörderin - spielt in Zell am See. Von Amerika aus ein geographisch wahrlich zu vernachlässigender Punkt. „Aber vom Pinzgau aus gesehen, ist Zell die Hauptstadt des Pinzgaus“, stellt der Autor in seinem ersten „Brenner-Roman“ fest. Und damit das endlich auch den Amerikanern klar wird, steht „Maria Alm“ im Salzburger Literaturführer „Literaturlandschaft Innergebirg - Pongau Pinzgau“. Dort wurde Wolf Haas anno 1960 geboren. Unter diesem Eintrag ist auch der kurze wiewohl informationsreiche Überblick über Leben und Werk des Autors zu finden. Unter „Zell am See“ stehen dann nur mehr Inhaltsangabe und der erste Satz von „Auferstehung der Toten“, gefolgt von einigen weiteren Sätzen: eine kleine Leseprobe und Einstiegsdroge also. Jedem Ort ist eine Art kleiner „Laudatio“ samt historischem Kürzestüberblick über wirtschaftlichen Aufschwung und touristische Sehenswürdigkeiten vorangestellt. So heißt es über Zell am See: „War der Ort vorerst eine Sommerfrische, wurde er spätestens mit der Eröffnung der ersten Seilbahn im and Salzburg, der Schmittenhöhebahn (1927), auch zu einer Wintersportdestination. Lagen die großen Hotels auf der Halbinsel im See, so war der Zell gegenüber liegende Ortsteil Thumersbach mit seinen schönen Seegründen und Villen besonders in der Zwischenkriegszeit beliebtes Refugium für wohlhabend Sommerfrischler wie die Schriftsteller Stefan Zweig oder D.H. Lawrence.“ - Denen wiederum jeweils eigene kleine Artikel gewidmet sind. Zell ist überhaupt eine Art Literaturhauptstadt Innergebirg: Georg Rendl wurde hier ebenso geboren wie Peter Blaikner, zu den „wohlhabenden Sommerfrischlern“ zählten auch Arthur Schnitzler, Alfred Polgar oder Alfred Kubin. „Rauris“ ist natürlich mit den Literaturtagen untrennbar verbunden. „Kaprun“ verzeichnet - wegen die beklemmend faszinierenden Reportage „Oder die Errichtung einer Mauer“ (erschienen zunächst in einem Merian-Heft, jetzt in der Textsammlung „Der Weg nach Surabaya“) - immerhin einen Eintrag über Christoph Ransmyar. Von Thomas Bernhard („Frost“) oder Elfriede Jelinek („Das Werk“) ganz zu schweigen. Natürlich sind nicht nur die „Großen“ erwähnt. Auch weiten Kreisen wohl weniger bekannten Schriftsteller-Persönlichkeiten, wie etwa dem in Werfen 1804 geborenen Ferdinand Sauter, gelten umfassende Würdigungen. Der Salzburger Autor Ludwig Laher wiederum hat in seinem Roman „Aufgeklappt“ die Familie Sauter portraitiert: Solche reizvolle Querverbindungen schaffende Lesehinweise ergänzen die kurzgefassten, brillant geschriebenen Artikel von Wolfgang Straub - seinerseits ein geborener Zeller. Wolfgang Straub: Literaturlandschaft Innergebirg - Pongau Pinzgau. Salzburger Literaturführer. Edition Eizenbergerhof, Salzburg 2008. 95 Seiten, 6,80 Euro. |
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