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Ein "Dichterwettstreit" voller Emotion

HINTERGRUND / POETRY SLAM

24/09/10 „Durch den Unterschied sind wir einzigartig“, so lautet das Motto des Poetry-Slam-Workshops heute, Freitag (24.9.) im Jugendzentrum „Spektrum“.

Von Andrea Folie

Im Rahmen des „Festival der Kulturen – Salzburgs kulturelle Brücke zur Welt“ sind Jugendliche aus Migrantenfamilien eingeladen, ihren Gefühlen und Gedanken über ein kulturübergreifendes Salzburg freien Lauf lassen.

Poetry-Slam ist Prosa, Lyrik, Tanz und Musik zugleich – eine Form literarische Performance also. Oder sinngemäß ein Dichterwettstreit: Wortsüchtige, die nicht nach der Nadel oder Fäusten greifen, werfen mit Worten – oder zumindest mit Fetzen davon, um sich. Jeder Künstler kann sich in fünf bis zehn Minuten seinen Kontrahenten und dem Publikum stellen. Lautstark, flüsternd, singend, tanzend, schreiend, summend, piepend ringen die Akrobaten nach Worten. So, als bräuchten sie das Wort zum Leben. Es geht um den Moment. Den Moment, sich von seinen inneren Gedanken frei zu reden. Ob dabei immer Literatur entsteht, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist das „slamen“ eine interessante und mitreißende Diskussionsplattform für jungen Menschen.

Mieze Medusa, eine fixe Größe der Hip-Hop und Poetry-Slam-Szene, organisiert schon seit fünf Jahren den monatlichen Wiener Poetry-Slam „textstrom“. Darüber hinaus verfasst sie Bücher, Hörbücher und setzt sich nebenbei für die Sprache der Jugendlichen ein.

Sich mit Texten und dem Texten selbst ernsthaft auseinanderzusetzen ist nur einer der Grundsätze des Poetry-Slams. Respekt gegenüber den Vortragenden, Zuhören und die eigene Wortgewandtheit voranzutreiben gehören ebenfalls dazu. Denn Sprache ist Identität und sie schafft mithin ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Dies soll und muss nicht nur gefordert, sondern allen voran gefördert werden. Die Option einer solchen Veranstaltung: den Jugendlichen größte Freiheit lassen. Und der mögliche größte Erfolg: Vertrauen gegenüber dem Fremden entsteht beim Zuhören.

Sprachbegeisterte Jugendliche, die sich mit Themen wie Herkunft, Identität, Integration beschäftigen wollen, sind eingeladen. Und Zuhörer natürlich auch. Heute, Freitag (24.9.) um 15 Uhr im Jugendzentrum Spektrum.

 

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