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„Für uns heißt das Entstaubung“

HINTERGRUND / KULTURVEREINIGUNG

06/02/12 Früher, da war es so, dass man selbst als journalistischer Überbringer der Botschaft in leichte Depression gefallen ist. Jetzt verbreiten die leitenden Damen der Kulturvereinigung puren Frohsinn. Man käme gar nicht auf die Idee, dass der konventionelle Abo-Konzertbetrieb nicht mehr die selbstverständlichste und vor allem zukunftversprechendste Sache auf der Welt sein könnte.

Von Reinhard Kriechbaum

Es geht wieder aufwärts, die Talsohle sei überschritten, so Elisabeth Fuchs und Josefa Hüttenbrenner in einem Pressegespräch am Montag (6.2.) unisono. 95 Prozent Auslastung, das heißt plus 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und die erste Steigerung seit vielen, vielen Jahren. Drei Prozent mehr Konzertabos, das ist immerhin ein Plus von 166. Man hält jetzt bei 5.153 Abonnenten. Sechstausend Kundenkontakte mehr (bei 100.000) – das ist schon was. „Die kleinen Abos fangen den Rückgang der großen auf“, erklärt die kaufmännische Geschäftsführerin der Kulturvereinigung, Josefa Hüttenbrenner. Man entspreche damit dem Wunsch nach geringerer Bindung, und kann sich obendrein freuen: „Der Altersdurchschnitt der Wahlabonnenten ist deutlich niedriger“.

Mit den Mischabonnements ist man offensichtlich gut unterwegs, was auch Landestheater-Intendant Carl Philip von Maldeghem und Schauspielhaus-Leiter Robert Pienz bestätigen. Deshalb gibt es in der kommenden Kulturvereinigungs-Saison nicht bloß „4+4“ (jeweils vier Konzerte und vier Aufführungen im Schauspielhaus), sondern es heißt auch „3x3“ – also drei Konzertabende und je drei Produktionen im Landestheater und im Schauspielhaus. Robert Pienz: „Es wird bemerkt, dass es in Salzburg neben den üblichen Neiddebatten eine andere Kultur des Umgangs zwischen den Kultur-Anbietern gibt.“

„Kleines Abo“, Vierer- und Achter-Wahlabo: Auch im Konzertbereich setzt man auf Flexibilität. Vor allem aber setzt Elisabeth Fuchs (was von ihr ja auch nicht anders zu erwarten war) ganz vehement auf Networking, was die Jugendangebote betrifft: Bachgesellschaft und Kinderfestspiele machen bereits jetzt Gebrauch davon, Karten auch über die Kulturvereinigungs-Vertriebswege an das Kind und die Jugendlichen zu bringen. Mit der Stiftung sei man gut im Gespräch, so Elisabeth Fuchs. Der attraktive Programmfolder ist voller Querverweise und Kooperationsangebote, so dass es wohl wirklich so ist, wie Elisabeth Fuchs empathisch sagt: „Wer zu uns ins Büro kommt, findet von 3 bis 99 Jahren etwas.“ Und sie setzt nach: „Für uns heißt das Entstaubung.“ Das Publikum sei jedenfalls da, „es möchte erobert werden“.

Nicht mal über die Budgetsituation weint man mehr ernsthaft, obwohl sie um kein Prozent besser geworden ist: Die Subventionen von insgesamt 141.800 Euro (bei einem Zwei-Millionen-Jahresbudget) bedeuten nach wie vor gerade eine Stützung von 1,5 Euro pro Besucher. Da liegt selbst das Kleine Theater fördermäßig noch besser. Die Kulturvereinigungs-Damen sehen es von der lockeren Seite: „Wir sind deshalb weniger abhängig von drohenden Kürzungen.“

Zur Meldung {ln:So könnte Klassik wirklich cool sein}

 

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