PFINGSTFESTSPIELE / CECILIA BARTOLI

01/08/25 Cecilia Bartoli und ihr geradezu legendärer Totaleinsatz, das konnte man bei einem Pressetermin am Donnerstag (31.7.) wieder einmal erleben. Der war nur eine Stunde vor der ersten Aufführung von Hotel Metamorphosis in diesem Sommer angesetzt – und die Bartoli trug schon das Bühnenkleid und Schminke.

„Con sorpresa“ ist in der Einladung gestanden. Eine Überraschung lag also in der Luft, aber die war letztlich nicht groß. Was für einen Grund sollte es geben, den Vertrag mit Cecilia Bartoli als Leiterin der Pfingstfestspiele nicht ein weiteres Mal zu verlängern? Die Bartoli und Pfingsten, das gehört ja längst zusammen.

Seit 2012 liegen die Pfingstfestspiele („Salzburger Festspiele Pfingsten“ ist der offizelle Name) in den Händen der 59jährigen Sängerin. Ihr Vertrag wurde bis dato zweimal, 2014 und 2020, verlängert, und nun geht’s also bis 2031 weiter.

„Dass mir das Direktorium der Salzburger Festspiele für weitere fünf Jahre das Vertrauen aussprechen will, erfüllt mich mit großer Freude – und, ja, auch mit ein wenig Stolz“, so Cecilia Bartoli. „Denn was auf den Bühnen entsteht, ist mehr als nur künstlerische Arbeit: Es ist das Ergebnis von Leidenschaft, Vorstellungskraft, Begeisterung – und einer guten Portion Humor, ohne den selbst die ernsthafteste Kunst nicht abheben kann.“

Sie betrachte es als großes Geschenk, dass das Publikum „nach beinahe fünfzehn Opernproduktionen und über sechzig Konzerten, konzertanten Opern, Ballettaufführungen, Ausstellungen und Lesungen noch immer mit so viel Enthusiasmus und offenem Herzen folgt.“ Das sei „alles andere als selbstverständlich und zugleich eine unerschöpfliche Quelle kreativer Inspiration.“

Mit Händels Giulio Cesare in Egitto hat Bartoli ihre Pfingstfestspiel-Intendanz begonnen und in drei weiteren Jahren Werke von Händel präsentiert: Ariodante, Alcina und Il trionfo del Tempo e del Disinganno. Vier Mal Händel also, drei Mal Rossini (La Cenerentola, L’italiana in Algeri und Il barbiere di Siviglia), zwei Mal Gluck (Iphigénie en Tauride und Orfeo ed Euridice), weiters Norma (Bellini), La Clemenza di Tito (Mozart) und zuletzt das Vivaldi-Pasticcio Hotel Metamorphosis, das auch in diesem Sommer auf dem Programm steht. Ein Genre-Ausreißer war Leonard Bernsteins West Side Story. Es waren also dreizehn szenische Produktionen, eine vierzehnte (Donizettis Don Pasquale) blieb wegen der Corona-Pandemie auf der Strecke.

„Mit ihrem untrüglichen Gespür für musikalische und dramaturgische Qualität“ stehe Cecilia Bartoli „seit vielen Jahren verlässlich für das außerordentlich hohe künstlerische Profil der Pfingstfestspiele“, unterstrich Intendant Markus Hinterhäuser bei der Vertragsverlängerung am Donnerstag (31.7.). (PSF/dpk-krie)

Bilder: SF / Marco Borrelli (1); Monika Rittershaus (1)