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Zum offenen Brief von Tomas Friedmann
Die heimische Kulturszene pauschal verunglimpft
und zur Hintergrundgeschichte
Von null auf hundert? (3.6.)

03/06/20 Tomas Friedmanns Entgegnung auf die nicht nachvollziehbaren Vorwürfe einer Kulturredakteurin vom 2. Juni, die Salzburger KünstlerInnen und Initiativen verschliefen die Öffnung und seien nicht kreativ genug, kann ich nur 100%ig zustimmen. Die Vorwürfe sind haltlos und zeugen entweder von völliger Desinformation oder bewusster Ignorierung der Bedingungen, unter denen Kulturinitiativen und KünstlerInnen arbeiten!
Christoph Janacs

Zum Stich-Wort Aufs Auto umgesattelt (27.5.)

28/05/20 Sorry, aber in Zeiten der größten Klimakrise ein Autokino zu veranstalten, da komm ich nicht mehr mit. Zwei, drei Tage als lustiger Event okay, aber als fixe Institution? Wenn die Autos auf der Rollbahn stehen und dadurch Starts und Landungen verhindern, auch okay!
Erich Pürstl

Zur Meldung „Kritik ist das Salz der Demokratie“ (15.5.)

15/05/20 Der Glosse von Herrn Kriechbaum über den Rücktritt von Frau Lunacek kann ich nur vollinhaltlich zustimmen!
Christoph Janacs

Zur Glosse Mundschutz für Tuba und Piccolo (12.5.)

13/05/20 Sonst oft mit Ihnen einer Meinung, habe ich mich über Ihre von blanken Sarkasmus getragene Glosse vom 12. 5. 2020 doch recht geärgert. Nicht dass Sie mit der Kritik an den darin angeführten Absurditäten nicht recht hätten, ist doch Maria Großbauer die falsche Adresse. Ein wenig Recherche hätte Ihnen nicht geschadet. Maria Großbauer ist Tochter von Karl Jeitler, langjähriger Posaunist des Wiener Staatsopernorchesters und der Wiener Philharmoniker, und als solche nicht nur  Ehefrau eines „echten“ (gibts auch unechte?) Wiener Philharmonikers, sondern auch studierte Saxophonistin und Eventmanagerin. Dass sie zu den getätigten Aussagen über Mundschutz u. ä. gezwungen ist, sagt jedenfalls mehr über das Kulturverständnis der verantwortlichen Entscheidungsträger als über sie selbst aus. Richten Sie also Ihre durchaus berechtigte Kritik doch auch an die richtige Adresse.
Heinrich Bruckner
P.S.: Ich kenne Maria Großbauer nicht persönlich.

Zum Kommentar Eh nur Musik... (28.4.)

28/04/20 Dem Autor des Kommentars ist für seine offenen und klaren Worte herzlich zu danken. Er bringt das darniederliegende Kulturbewußtsein in der Verwaltung der Nation auf den Punkt, brüstet sich Österreich doch in der ganzen Welt damit, eine erstrangige Kulturnation zu sein. Und in der Tat wird das Land in vielen Ländern, besonders jenen im Fernen Osten, immer mit Hochkultur in Musik, Theater und bildender Kunst im Zusammenhang gesehen. Die Nagelprobe, ob das im Inland auch so gesehen wird, haben die politischen Verantwortlichen nicht bestanden. Man sagt immer, spezifische Fachkenntnis sei bei der Ausübung eines Minister- oder Staatssekretariatsamtes nicht vorrangig wichtig, aber im besonderen Fall unserer Kulturpolitik wäre es auch kein Fehler, wenn die Staatssekretärin doch ein gewisses Basiswissen hätte.
Tausende freiberufliche Kulturschaffende und -ausübende würden den Stellenwert, den sie als Aushängeschild im In- und Ausland genießen, jetzt gerne für ihr eigenes Überleben spüren.
Robert Faust

28/04/20 Herzlichen Dank für diesen Artikel. Es ist abenteuerlich, welche Entscheidungen da im Bildungsministerium „gestrickt“ werden. Hoffentlich dringen Worte wie Ihre auch bis in die heiligen Hallen des Ministeriums und zu den großen Ohren von Heinz Faßmann durch...
Hermann Urabl

 

Die Corona-Krise und der DrehPunktKultur

27/03/20 Jetzt wäre doch auch mal die Möglichkeit, Salzburger Künstler, welche nicht immer im Rampenlicht stehen, in einem Interview vorzustellen.
Siegwulf Turek

Ja, das wäre schön, wenn man das machen könnte.
Ein Blick in unseren Newsletter zeigt Ihnen aber auch, dass uns im Moment mangels Kulturveranstaltungen die Bannerwerbung wegbricht und wir derzeit absolut nicht wissen, wie wir (über)leben können.
In so einer Lage freut man sich über solche Tipps doppelt – gerade wenn sie von einem Leser kommen, dem der tägliche DrehPunktKultur-Newsletter in den vergangenen fünf Jahren genau zwei Mal – 2015 und 2017 – je 18 Euro wert war. Bei rund 1500 Newslettern sind das genau 0,024 Euro oder 2,4 Cent pro Ausgabe.
Die Redaktion

Zur Buchbesprechung 415 Stolpersteine und ein Spuckpodest (6.3.)

12/03/20 Franz Stelzhamer war Antisemit, ebenso wie z.B. Achim von Arnim und andere prominente Mitglieder der Christlich-deutschen Tischgesellschaft (1811, Berlin), aber er war kein Nazi und man kann ihm auch keine „Nazi-Nähe“ unterstellen, denn das ist historisch gesehen gar nicht möglich, lebte er doch von 1802 bis 1874. Es wäre wünschenswert, dass sorgfältiger mit solchen pauschalierenden Zuordnungen umgegangen wird, vor allem in seriösen Medien, zu denen ja Ihr Onlinemagazin gehört.
Silvia Bengesser-Scharinger

Zur Meldung Mit Cremoneser Meistergeigen ganz intim (6.2.)

06/02/20 Mozartwettbewerb für Violine: Was für eine gute Gelegenheit junge Musikerinnen und Musiker mit den selben oder ähnlichen Werken kennen zu lernen und vergleichen zu können. Ich habe mir die erste Runde komplett, die zweite am Vormittag live und den Nachmittag im Live-Stream und natürlich das Finale im Großen Saal des Mozarteums angehört. Aber wo waren die Studenten? Keine zehn habe ich gesichtet und die wenigen wohl nur bei ihren Freunden und nicht bei deren Konkurrenz. Man könnte so viel lernen!
Die großartigen, geradezu vorbildlichen Interpretationen der Violinsonaten Mozarts von Benjamin Schmid und Ariane Haering 2006 sind mir unvergesslich. Die CD dokumentiert deren wunderbare Dialoge und lebendiges, empfindsames Musizieren. Und jetzt wählt diese Jury unter Vorsitz von Benjamin Schmid die Italienerin Clarissa Bevilacqua zur besten Mozart-Interpretin dieses Wettbewerbs. Wie ist das möglich?
Ich empfand schon in der ersten Runde Yun Tang als eine herausragende Musikerin, die Mozart, Bach, Paganini sehr lebendig und tonschön spielte, besser als alle anderen. In der zweiten Runde konnte man dann den direkten Vergleich mit Mozarts Duo für Violine und Viola KV423 verfolgen: Yun Tang mit wunderbar variablem Ton, keine Phrase beiläufig, singend, atmend, die Musik geradezu als Dialog zweier Menschen erlebt. Man höre sich den Vergleich insbesondere des Adagios an Clarissa Bevilacqua eher konventionell, ohne vergleichbares Atmen, manches eher beiläuftig. Die Unterschiede vielleicht noch deutlicher im Rondo. Bevilacqua bei weitem nicht so lebendig und differenziert wie Yun Tang. Dann konnte man von Yun Tang noch zwei sehr empfindsam interpretierte Sätze aus Dvoraks Violinkonzert hören. Ein wahrer, berührender Genuss! Im Vergleich dazu die Symphonie Espagnole von Bevilacqua vor allem mit viel Kraft und großem Ton auf dem schönen Instrument. Leider viel etudenhaftes, wenig Musik.
Und dann das große Finale! Yun Tang wieder sehr einfühlsam, gesanglich, herrliche Kadenzen und vor allem Übergänge. Der Vergleich der ersten Töne bis zum schnellen Teil, und auch dort beeindruckend. Dann die ungemein vielen unsauberen Töne bei Bevilacqua. Im Saal noch viel störender als im Live-Stream. Die Tongebung stellenweise eher für Tschaikowsky als Mozart. Der Beginn des langsamen Satzes sehr eigenwillig, für mich unpassend. Warum also bekommt Bevilacqua den Ersten, Preis, gar den Preis für die beste Mozart-Interpretation und den Publikumspreis? Es scheint mehr Mainstream, mehr optische Wirkung zu zählen als echte Musikalität. Bevilacqua mit großer Geste, das Publikum mit freundlichen Blicken einnehmend und, ja auch mit ihrer Schönheit. Yun Tang mit geschlossenen Augen, ganz auf die Musik konzentriert, wenig Kontakt mit dem Publikum suchend. Leider hat sie für das Finale das unvorteilhafteste ihrer drei Kleider gewählt. Aber wir sind doch hier bei keinem Schönheitswettbewerb sondern beim Mozartwettbewerb!
Beide Damen werden übrigens vom Jury-Mitglied Pierre Amoyal am Mozarteum unterrichtet, der Träger des dritten Preises (Lorenz Karls, noch sehr jung und m. E. von den geforderten Werken musikalisch überfordert) vom Jury-Vorsitzenden Benjamin Schmid. Der Träger des Preises für die beste Interpretation des Auftragswerkes, der Däne Adam Koch Christensen hat einen wunderbaren langsamen Satz von Beethovens Violinkonzert gespielt und wäre für mich ein Kandidat fürs Finale gewesen, ebenso wie die feinfühlige Mozart-Interpretin Kaori Furusawa aus Japan.
Ich wünsche Yun Tang, dass es ihr so ergeht wie 1999 Diana Damrau: Auch sie erhielt nur den zweiten Preis und zählt für mich zu den lebendigsten, musikalischsten Sängerinnen der Gegenwart mit einer entsprechenden Karriere.
Viktor Gartner

 

Zum Porträt Etwas wachsen lassen (4.2.)

06/02/20 Mehr als verwundert habe ich schon bei der im Beitrag beschriebenen, großartigen Doppelausstellung-Vernissage am vergangenen Freitag, wie die anderen zahlreichen Besucher/innen auch, von Dietgard Grimmer erfahren müssen, dass sie als Leiterin der Trakl-Galerie nicht nur zwei Jahre vorzeitig mit Ende Februar in Pension geschickt wird, sondern eine Ausschreibung für ihre Nachfolge erst im April erfolgen soll.
Was denn nun? Warum zum einen die vorzeitige Pensionierung einer Person, die dreieinhalb Jahrzehnte hervorragende Arbeit im Dienste der Kunst geleistet hat, und warum zum anderen dann auch noch eine verzögerte Neuausschreibung? Wird da vielleicht gar zugewartet, ob ein/e bestimmte/r Wunschkandidat/in seine/ihre Verpflichtung anderswo endlich geklärt haben mag (Es gilt die Unschuldsvermutung)? Und wo bleiben denn hier bittesehr die Medien, die doch sonst so rasch und dringlich wissen wollen, was da hinter den Kulissen eigentlich abläuft? Hat sich Frau Grimmer etwa unbotmäßig verhalten, indem sie nach drei Jahren Subventionsstillstand eine Erhöhung des Budgets wie auch nach neun Jahren jene für Ankäufe dringlich einmahnte? Ach ja, es geht ja nur um eine Landesgalerie, also um kulturell doch nicht so Bedeutendes wie ein Grabenkampf bei den Osterfestspielen. Wäre ein Herr Thielemann oder sonst jemand der ’Seitenblicke’-Promis, was Medien umgehend wahrzunehmen bereit sind, von einem solchen Rausschmiss betroffen, ja dann…
Wolfgang Danzmayr, ehem. ORF S-Kulturleiter

Zur Theaterbesprechung Tanz auf einem Fleckerlteppich (28.1.)

29/01/20 Ich war auch in dem Machwerk „Mozart Moves“ und ich habe mir zum ersten Mal überlegt, ob ich nicht auch heimgehen sollte. Ich bin glücklich geblieben zu sein, sonst hätte ich nicht das hervorragende Mozarteum-Orchester gehört.
Bei der Einführung im Pausensaal habe ich die Dame gefragt, warum man nicht einen einzigen Salzburger Schriftsteller eingeladen habe. Antwort: Sie glaubt, man habe. Auf meine Frage wen, antwortete sie: Ich glaube Elfriede Jelinek. Daraufhin ich: Frau Jelinek ist nicht Salzburgerin und einen Nobelpreisträger zu so einem Projekt ist wohl unnötig. Die Dame: Sie wird sich erkundigen! Einen Pfeifendeckel wird sie, dachte ich mir. In der Pause lief mir der Herr Intendant über den Weg, ich habe ihm die gleiche Frage gestellt. Das hätte er sich heute in der Früh beim Frühstück auch gedacht. (Einen Salzburger dazu einladen) Aaaaber die Schriftsteller hat alle Villazon ausgesucht und eingeladen. Ich nannte ihn einen Diplomaten und habe ihn daraufhin gefragt, ob Herr Villazon gedenkt, Salzburger Schriftsteller mit ins Ausland zu nehmen. Die Antwort war mühsam.
Hartmut Schmidt

Offener Brief zum Kommentar Eine Greta Thunberg der Kultur (2.1.)

14/01/20 In den Ausführungen des Kommentars „Eine Greta Thunberg der Kultur“ stellen Sie eine Analogie zwischen Alma Deutscher und Greta Thunberg her, die in mehrerer Hinsicht überrascht. Es mag sein, dass sowohl Alma Deutscher durch ihre Fähigkeit, die Menschen durch ihre Musik zu bewegen, ebenso wie Greta Thunberg, die den Mut aufbringt, Zustände zu formulieren, überdurchschnittlich medial präsent ist. Es mag auch sein, dass Alma Deutscher und Greta Thunberg Menschen aller Generationen mitreißen können und dass sie dadurch bei einigen Menschen wiederum anecken und für überschätzt gehalten werden. Sie selbst schreiben, dass Alma Deutscher zweifelsohne hochbegabt sei.
Umso unverständlicher empfinde ich es deswegen, dass Sie die Analogie so in Gedanken fortschreiben, dass Sie die meines Erachtens unangemessene Kritik, die Greta Thunberg von einigen Medien entgegenschlägt, nun selbst auch gegen Alma Deutscher richten. Warum zweifeln Sie die Möglichkeit an, dass diese junge Künstlerin eigene musikalische Ideale hat und eine selbstbestimmte Karriere machen kann? Es ist typisch, dass Greta Thunberg immer kritisiert wird, sie sei allein ein Produkt ihres Umfeldes und quasi ferngesteuert. Das werfen Sie nun auch Alma Deutscher vor. Ich habe das Gegenteil erlebt. Ja, es mag schwer vorzustellen sein, aber der Familie Deutscher gelingt es, dass Alma ein ganz normales Leben als Kind führen kann und gleichzeitig verblüffende Schritte als Künstlerin macht. So ist im Übrigen auch unser Engagement zur verstehen. Wir möchten ihr die Gelegenheit geben, sich zu entwickeln.
Sie hat sich nun mit ihrem Debüt in Salzburg beim Silvesterkonzert vorgestellt. Wir halten die Oper „Cinderella“ für interessant genug, sie hier zu spielen und wir möchten diese junge Künstlerin gerne bei ihrer nächsten Komposition begleiten: ohne den Druck, dass morgen oder übermorgen schon eine fertige Partitur daliegen muss. Darüber hinaus möchten wir Sie gerne einladen, diesen Prozess, den wir sowohl menschlich als auch künstlerisch verantwortungsbewußt führen möchten, ebenso journalistisch zu begleiten.
Carl Philip von Maldeghem, Intendant des Salzburger Landestheaters

Zur Hintergrund-Geschichte Keine Religion, wenigstens Ethik (9.1.)

09/01/20 Die Meinung der österreichischen Bischöfe zur Situation, dass sich immer mehr SchülerInnen vom konfessionellen Unterricht abmelden und diese deshalb als Alternative einen Ethikunterricht besuchen sollen, trifft nur einen Teil des Problems. Richtig ist, dass besagte SchülerInnen sich nicht zwei Freistunden "erschwindeln" können sollen, indem sie sich alternativlos vom Konfessionsunterricht abmelden. Das größere und eigentliche Problem ist, dass nicht definitiv sichergestellt werden kann, was im konfessionellen Unterricht vermittelt wird: bei fortschrittlichen LehrerInnen ist das kein Problem, diese integrieren schon seit jeher Wissen und Wissenswertes aus Psychologie, Philosophie, Biologie usw. und stellen dies zur Diskussion; das Problem entsteht bei konservativen oder gar orthodoxen Lehrkräften – egal welcher Konfession oder Religion -, welche die Religion über die Wissenschaft stellen oder selbige sogar ablehnen und die Jugendlichen entsprechend einseitig in religiösen, philosophischen und ethischen Fragen unterrichten. Um das zu verhindern, gibt es eigentlich nur eine Lösung: die Installierung eines Pflichtfaches "Ethik", und zwar für alle. Damit wäre sichergestellt, dass alle SchülerInnen mit bestimmten philosophischen und moralischen Fragestellungen und Lösungsansätzen konfrontiert würden. Der Religionsunterricht – zu dem man sich dann anmelden müsste – wäre dann das, was er durch seine spezielle Bezeichnung schon immer war: ein konfessioneller.
Christoph Janacs

Zum Kommentar Eine Greta Thunberg der Kultur (2.1.)

02/01/20 Danke für die klärenden Worte zum fundamentalistischen Vermarktungstreiben rund um Alma Deutscher. Ich lese diese als dringlich notwendigen Aufruf, ihr einfach in Ruhe die Würde eines Menschen zu lassen und sie nicht als wunderkindliche Kühlerfigur eines musikalischen Weltverschönerungsvereins zu missbrauchen. Verschönerungstendenzen sollte man meiner Meinung nach überhaupt nur den Vereinen überlassen, die Parkbänke aufstellen.
Norbert Trawöger

02/01/20 Ein BRAVO zu Ihrem Artikel über Alma Deutscher! Mit allem Respekt, das junge Mädchen kann etwas, sogar vieles... aber was das „music business“ daraus macht?! Sie sind wahrscheinlich einer der wenigen, oder überhaupt der einzige, der den Mut hat, das zu Papier zu bringen. Bravo! Und das betrifft bereits unseren gesamten Musikbetrieb...
Dieser „Musikbetrieb“ trägt auch dazu bei, dass z.B. in Österreich kein junger Pianist mehr „Karriere“ macht. Vor dreißig, vierzig Jahren war Österreich weltweit das Land der großen Pianisten. Ihnen brauche ich sie nicht aufzuzählen. Und heute? Unsere großen Pianisten wuchsen in innerer und äußerer Ruhe auf. Wie Sie schreiben, diese Ruhe sollte man Alma gewähren.
Luz Leskowitz

Zur Ausstellungsbesprechung Von betenden und sprechenden Händen (23.12.)

24/12/19 Mir ist der pastellige Jesusknabe von Dürer deswegen aufgefallen, da es eigentlich ein jugendliches Porträt von Bischof Kurt Krenn darstellt. Erstaunlich, nicht wahr?
Vielen Dank für Ihren anregenden Newsletter, frohe Festtage
Peter Briem

Zur Besprechung My Fair Lady Wannst a Masel hast... (9.12.)

09/12/19 Unsere Begegnung im Landestheater während der Pause zu May Fair Lady war ganz kurz, aber sofort habe ich mich erinnert, daß Sie vor ca. 30 Jahren (auf jeden Fall im letzten Jahrtausend) ganz am Schluß Ihrer damaligen Kritik geschrieben haben, daß es wohl nicht ganz einleuchtend ist warum Eliza zu einem solchen Grobian wie dem Mr. Higgins zurückkehren sollte. Das hatte mir damals schon sehr gefallen. Und was tut der gute Gergen? (Regisseur). Er läßt das Ganze offen. Hat mir gefallen. Und mir hat’s gefallen, daß ich in meinen grauen Zellen das wieder hervorgekramt habe. (30 Jahre! Immerhin!)
Hartmut Schmidt

Zur Adventsingen-Besprechung Die Quintessenz des Lebens (29.11.)

02/12/19 Danke für den Beitrag über die Quintessenz des Lebens. Ist einmal eine ganz andere Perspektive, wenn jemand, dem das Adventsingen so fremd ist wie nur irgendetwas, darüber rezensiert. Das muss schon harte Kost sein, ausgerechnet beim Adventsingen das Reich Gottes als ewigen Karneval zu erleben. Es tut mir leid für Sie, dass Sie sich beim Adventsingen verirrt in einem Bayrischen Weißwurschgasthof in Bangkok wiedergefunden haben. Es entbehrt jeglichen Kommentars und ich kann nur schmunzeln, wenn Sie mutmaßen, dass wir erwarten würden, dass sich unsere Gäste dem Adventsingen bedingungslos ergeben müssten. Schade, dass Sie so überhaupt gar nicht erfasst haben, was es mit dem Adventsingen auf sich hat. Wenn der Bericht als Satire gedacht war, entspricht er meines Erachtens jedenfalls auch nicht die Qualität, die einer an sich guten Kulturtageszeitung wie DrehPunktKultur würdig ist. Ich würde an Ihre Stelle das Adventsingen künftig meiden wir der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser, um eventuelle traumatische Folgen hintan zu halten.
Herzliche Grüße mit einem Augenzwinkern – Hans Köhl

Hans Köhl ist der Leiter des Salzburger Adventsingens
Die Redaktion

Offener Brief des Dachverbands Salzburger Kulturstätten an den Salzburger Bürgermeister

27/11/19 Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Die Stadt-ÖVP hat bei den Budgetverhandlungen Kürzungen im Kulturbereich vorgeschlagen und im Fall des Dachverbands Salzburger Kulturstätten in der Höhe von 9.500 Euro durchgesetzt. Da keine Begründung für diese Entscheidung vorliegt, wird dies als willkürlicher Akt empfunden. Damit sehen wir nach Jahren eines guten Klimas den konstruktiven Dialog in Frage gestellt. Aus unserer Sicht gibt es keine Notwendigkeit für Kürzungen im Bereich Kunst und Kultur. Wir weisen jeden Versuch in diese Richtung als einer Kulturstadt – als die Sie Salzburg gewiss sehen – unwürdig zurück.
Als Mitglied der größten Interessensvertretung in der Salzburger Kulturszene fordern wir Sie als verantwortliches Stadt-Oberhaupt auf, die Arbeit des engagierten Dachverbands sowie aller Kulturinitiativen und künstlerischen Aktivitäten bedarfsgerecht zu fördern und von jeglichen Kürzungen im Bereich Kunst und Kultur Abstand zu nehmen. Das ist ein falsches Signal!
Wir ersuchen Sie höflich um eine Antwort und einen offenen Dialog mit Ihrem klaren Bekenntnis zur Kulturstadt Salzburg.
71 Unterschriften von A (Alf Altendorf) bis Z (Arthur Zgubic)

 

Zur Konzertbesprechung Casanova und andere Leidenschaftler (25.11.)

27/11/19 Gerade habe ich mit Vergnügen die „Kritik“ zum Dialoge-Konzert mit Dorothee Oberlinger gelesen. Sprachlich wieder ein Genuss! Es liest sich, wie ein gutes Musikstück. Mir ist aufgefallen, dass (ganz ungewohnt) keine „spöttisch-stichligen“ Bemerkungen dabei sind... Es klang aufrichtige Bewunderung für Oberlingers Kunst durch. Der Absatz über die wenigen Noten und Diminution ist sehr informativ, den könnte man so 1 zu 1 im Musikunterricht übernehmen. Vielen Dank für diese interessante Besprechung des Konzertes. Leider bin ich nicht im Konzert gewesen, da habe ich wohl etwas verpasst.
Verena Brunner

Zur Konzertkritik Emotion gesucht! (14.11.)

15/11/19 Ich schätze Ihre Kritiken sehr – aber ich bin gestern abend im Konzert des Iceland SO gewesen und muss wohl ein anderes Orchester gehört haben als Sie am Mittwoch – das einzig langatmige war der Mozart! Im Sommer war Ihre Besprechnung der 1. Symphonie von Sibelius ebenfalls im Schatten Adornos – es hätte gestern aufgrund der grandiosen Streicherbehandlung von Sibelius und der Ausführung des Orchesters nicht lang genug sein können...
Christof Subklew

Zur Theaterbesprechung ... und die Tante ihre Zähne wetzt (8.11.)

12/11/19 Dass Peter Engel ein geradezu begnadeter Bühnenbildner ist, hat er nun bereits zum wiederholten Mal im Salzburger Landestheater bewiesen. Wie in Jim Knopf, der Kleinen Hexe und dem Pumuckl, versteht er es auch diesmal, beim Kleinen Vampir, die Charaktere in eine Szenerie scheinbarer Schlichtheit und doch so effektvoller Ausstattung einzubetten, wie es Heidemarie Klabacher überzeugend beschreibt. Wenn man geradezu sieht, wie eine Gruft stinkt, dann kann man von einem absolut stimmigen und sinnesfreudigen Bühnenbild ausgehen. Ja, das ist wahrhaftig „Peter Engels phantastische Weltsicht“!
Und weitere wunderbare Ergebnisse dieser Weltsicht kann man auch in Büchern bestaunen. Etwa in Peter Engels farbenfrohem Wimmelbuch „Das große Theater“, das die Welt vor und hinter dem Vorhang ins Bild setzt, wo die Rädchen des Theateruniversums ineinander greifen und Dramolette von epischer Größe entstehen. Oder das illustre „Salzburg Wimmelbuch“, in dem Peter Engel die Festspielstadt zur schillernden Bühne mit dem „Wolferl“ in der Hauptrolle werden lässt.
Einfach phantastisch!
Herbert Wittl

 

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