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... das klinget so herrlich, das klinget so cool...

LANDESTHEATER / KLEINE ZAUBERFLÖTE

27/09/10 „Ein Drache. Na klar.“ Anna hat sich im unübersichtlichen Theater verirrt und wird in die Turbulenzen des Kampfes um den „Siebenfachen Sonnenkreis“ hineingezogen. Anna ersetzt gleich einmal die „Drei Damen“ und schrumpft als einzelnes Mädchen den Drachen auf ein menschliches Maß. Er darf - zur Freude der Kinder - weiter mitspielen.

Von Heidemarie Klabacher

altAuf der Bühne richtige Sänger, im Orchestergraben ein richtiges Orchester samt richtigem Dirigenten. Alle zusammen machen richtige Oper „leicht gekürzt“: Das ist „Kinder- und  Jugendarbeit“ vom Feinsten. Das ist Vermittlungsarbeit ohne Anbiederung, aber auch ohne Überforderung.

Marco Dott hat mit seiner „Kleinen Zauberflöte“ ein hinreißendes Destillat geschaffen. Er hat Mozarts Oper auf wesentliche Handlungsfäden und zentrale Nummern „eingedampft“ und mit einer sinnfälligen Rahmenhandlung beinahe untrennbar verschränkt. Was etwa die Königin altder Nacht eigentlich will (nämlich außer der Herrschaft über Nacht und Gestirne auch die Gewalt über den Tag und die Sonne) hat noch kaum eine „große“ Produktion so sinnfällig erzählt. Man wird sich das merken.

Das Ganze ist überaus kurzweilig. Immer wieder geht es rund auf der Bühne, aber ohne hektischen Leerlauf. Denn es wird - bei aller Turbulenz - mit klaren und überschaubaren Mitteln gearbeitet: Einige Projektionen auf den einfachen Bühnenhintergrund geben Farbe. Außer einem Klettergerüst gibt es kaum Requisiten. - Und die Kostüme von Manuela Weilguni sind geradezu „archetypisch“: Einem prinzlicheren Prinzen ist man auch im Märchenbuch noch nicht begegnet.

Dennoch hat man auch für die Kinder Prospekte und Maschinen nicht geschont: Der Auftritt der Königin der Nacht, die - in silberblauer Robe, ganz wie altes sich gehört - in einer Mondgondel von oben herabschwebt hat viele bewundernde „Ahs“ und „Ohs“ hervorgerufen.

Cathrin Lange als Königin der Nacht, Maximilan Kiener als Tamino, Julianne Borg als Pamina, Hubert Wild als Papageno und Karolina Plicková als Papagena sind die ambitioniert singende und in der Regie von Marco Dott sinnfällig agierende Sängerriege. Das Mädchen Anna gab Anna Christina Einbock, den Sarastro (er kam ohne Arie aus) ein würdevoller Christoph Wieschke. Der liebenswürdige Drache und sein Puppenspieler Gregor Hellinger bekamen besonders viel Applaus.

Das Mozarteumorchester im Graben ließ unter der Leitung von Adrian Kelly mitreißenden Mozart hören. Die Dauer von zwei mal etwa 45 Minuten (plus Pause) ist für Kinder ab sechs Jahren genau richtig. Ein pures Vergnügen für Große und Kleine.

Weitere Aufführungen: www.salzburger-landestheater.at
Bilder: Landestheater / Jürgen Frahm

 

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