HINTERGRUND / THEATER HOLZHAUSEN

10/09/25 1945, also unmittelbar nach Kriegsende, haben sich Leute in Holzhausen entschlossen, Theater zu spielen. Drei Viertel der achtzig Jahre seither hat Matthias Hochradl maßgeblich mitbestimmt, als Schauspieler und Prinzipal. Sein 60-Jahre-Bühnenjubiläum steht bevor. Man feiert beide Jubiläen von 12. bis 15. September.

Als Vierzehnjähriger stand er erstmals auf den Brettern, die für ihn nach wie vor die Welt bedeuten. Im Alter von 25 Jahren übernahm Matthias Hochradl 1975 die Leitung des Theaters Holzhausen. Das war damals noch ein Wirtshaustheater. 1987 begann Hochradl mit der Planung und Errichtung eines eigenen Theatergebäudes, das 1989 fertiggestellt und eröffnet wurde. Schritt für Schritt entwickelte sich das Theater Holzhausen unter seiner Leitung zum Ganzjahresbetrieb.

In den sechzig Jahren seiner Bühnenkarriere ist Matthias Hochradl in über 160 Rollen geschlüpft. Oft und gerne spielte er einen „Falotten“. „Ich bin eben ein Komödiant. Ein Spitzbub. Auch im richtigen Leben. Das Schelmische liegt mir“, sagt er selbst über sich. Ein Theatermacher jedenfalls mit Leib und Seele, der seine Tätigkeiten als Schauspieler, Regisseur, Bühnenbildner, Theaterberater ohne Unterbrechung seit sechs Jahrzehnten ausübt.

Nach 46 Jahren hat Matthias Hochradl 2010 die Leitung des Theaters Holzhausen seiner Tochter Waltraud anvertraut. Sie hat für ihren Vater zum Auftakt der Jubiläumssaison nun ein besonderes Stück geschrieben. In Es war einmal oder die Sternstunde des Vergessens erinnert sich ein Theatermensch an seine Anfänge, was er alles im Theater erlebt hat, blickt zurück auf das Leben und was noch kommen mag.

Matthias Hochradl hat ja tatsächlich viel erlebt. Er war ja nicht nur Schauspieler und Prinzipal in Holzhausen, sondern von 1982 bis 2010 auch in der Kulturabteilung des Landes Salzburg tätig, dort zuständig fürs Amateurtheater. Zur Pensionierung wurde ihm für seine Verdienste als Kulturvermittler der Berufstitel Professor verliehen. Gewürdigt wurden damit Hochradls Engagement auf lokaler Ebene in der Darstellenden Kunst, aber auch seine internationale Tätigkeit als Theaterbotschafter. Matthias Hochradl initiierte 1987 das erste Internationale Amateurtheaterfestival im Land Salzburg. 2001 gründete er die „Kulturwerkstatt Holzhausen“, die Theaterschaffenden für Fortbildung und Theatertreffen zur Verfügung steht.

Die Autorin und Regisseurin Waltraud Hochradl dreht für das neue Solostück den Raum um: Das Publikum wird auf der Bühne Platz nehmen und der Schauspieler bewegt sich im Zuschauerraum.

Der Grundgedanke in Holzhausen seit der Gründung vor achtzig Jahren sei es stets gewesen, alle Schichten der Bevölkerung zu vereinen und allen die Möglichkeit zu geben Theater zu spielen und Theater zu erleben, erklärt Waltraud Hochradl.

Es war einmal oder die Sternstunde des Vergessens“ wird am 12. und 13. September gezeigt. Nach dem Theaterstück spielt jeweils eine Musikband im Saal, am Freitag honzi & the JazzBoys und am Samstag Pete & the Early Tones. Der Erlös beider Aufführungen kommt der Salzburger Kinderkrebshilfe zugute.

Am Sonntag, 14. September, ist ein Stationentheater in Form einer Wanderung an drei Spielorte angesagt, eben an die Heimstätten des Theaters Holzhausen in den achtzig Jahren. Um 13 Uhr beim Gasthaus Höfer findet unter dem Titel „Theater muss sein“ der erste Akt. In dem geht es um die von 1945 bis 1967 produzierten Theaterstücke. Vom oberen Dorf wandert man dann weiter ins Seetal in den Wirtshaussaal des Gasthauses Traintinger. Dort wird an die Theaterstücke von 1967 bis 1988 erinnert. Der dritte Akt findet dann im neuen Theatergebäude statt, und da erfährt man etwas über die Theaterstücke von 1988 bis 2025. Die musikalische Begleitung der Theaterwanderung: D`Moosmandl und Strings and Roses.

80 Jahre Theater Holzhausen, 60 Jahre Bühnenjubiläum Matthias Hochradl. Von 12. bis 14. September – Für die kostenlose Theaterwanderung am 14. September ist eine Anmeldung erforderlich, 0664 9474582 oder info@theater-holzhausen.atwww.theater-holzhausen.at
Bilder: Theater Holzhausen / Hannelore Kirchner