KUNSTINSTALLATION / MOZART – DAS UNBEZÄHMBARE GENIE
16/07/26 Der 270. Geburtstag gehört gefeiert. Wer will schon auf den 280er oder gar den 300er warten. Denkbar wären Jubiläen wie der 272Komma50ziger. Wolferls 270. Geburtstag markieren jedenfalls rund 320 goldfarbene, cirka fünfzig Zentimeter große Mozart-Figuren aus witterungsbeständigem Kunststoff.
Von Heidemarie Klabacher
„Im Mirabellgarten im Bereich Bastion-Museumspavillon bevölkern 230 Mini-Mozarts zwei schmale Rasenflächen. Kleinere Abordnungen von rund fünfzig Stück tummeln sich im angrenzenden Garten des Mozarteums, sowie im Mozart-Wohnhaus im Tanzmeistersaal und im Zauberflöten-Häuschen.“ Die Gesamtinstallation mache Kunst für alle erlebbar: „Ein Prinzip, für das der Künstler Ottmar Hörl mit seinen seriellen Plastiken weltweit bekannt ist.“
Mozart – das unbezähmbare Genie heißt die Installation des deutschen Konzeptkünstles, die bis 30. August zu sehen ist. „Danach können die Figuren käuflich erworben werden“, sagt Linus Klumpner, der Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum. Mozart hat ja auch gelegentlich „gezeichnet“, etwa einige Briefe mit kleineren Kritzeleien. Gedichtet (halt tendenziell in ungehörigen Versen) hat das Genie ohnehin. Kunst und Mozart gehen also auch abseits von Noten gut zusammen.
Tatsächlich steckt ein längerfristigerer Plan der Internationalen Stiftung Mozarteum hinter dem Kunstprojekt mit besagten 320 witterungsbeständigen Plastik-Mozarts. „Was wir im Vorjahr mit einer Ausstellung von Jonathan Meese im Mozart-Wohnhaus gestartet haben, setzen wir als Reihe mit dieser Skulptureninstallation von Ottmar Hörl fort: Mozart mit zeitgenössischem Kunstschaffen zu verbinden. Denn sein Werk und seine Persönlichkeit sind weiterhin eine Quelle der Inspiration und ein Impulsgeber für nachfolgende Künstlergenerationen.“
Eine Besonderheit des aktuellen Projekts sei, dass es nicht nur in den Museen stattfinde, sondern dank der Unterstützung der Stadt Salzburg auch den öffentlichen Raum bespiele. Dies biete eine einzigartige Gelegenheit, „Gäste aus aller Welt auch außerhalb der Museumsräume für Mozart zu begeistern“, so Linus Klumper.
„Wie Mozart sich einst als Freischaffender aus den höfischen Gefügen gelöst hat, so steht diese Installation im Gedanken der deutschen Nachkriegskunst, die eine kulturelle Teilhabe aller ermöglicht“, sagt dazu der Künstler Ottmar Hörl. „Ein inklusiver Zugang zu Mozart, der den Besucherinnen und Besuchern der Installation auf Augenhöhe begegnet.“
Wenn die Touristinnen und Touristen aus Fernost und aller Welt in den nächsten Wochen im Mirabellgarten reihenweis in die Knie gehen, um die Plastik-Mozarts „auf Augenhöhe“ zu fotografieren, ist das als Kniefall vor dem Genie zu verstehen! Es beugen sich nicht Riesen über Zwerge!
Die Mozart-Statuetten bleiben bis 30. August aufgestellt, im Mirabellgarten (Bereich Bastion/Museumspavillon), im Mozart-Wohnhaus und im Zauberflöten-Häuschen) – Man kann sie kaufen, für neunzig Euro pro Stück. Wer es exklusiver haben möchte: Handsignierte Mozarts in limitierter Auflage kosten 270 Euro. Erhältlich im Mozarthaus Shop im Mozart-Wohnhaus – mozarteum.at
Bilder: ISM / Wolfgang Lienbacher
Alles über den Künstler und seine Serien-Skulpturen berichtete DrehPunktKultur im April Mozart, Pimperl und wir alle