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Die drei Finalisten

FESTSPIELE / YOUNG CONDUCTORS AWARD

17/03/15 Jiri Rozen aus Tschechien, Giedrė Šlekytė aus Litauen und Lorenzo Viotti aus der Schweiz: Das sind die Kandidaten für die Schlussrunde des Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award 2015 der Festspiele. 65 Kandidaten aus 5 Kontinenten und 31 Ländern hatten sich beworben, Acht Kandidaten hat man sich genauer angeschaut.

Der Tsche Jiri Rozen ist mit 23 Jahren der jüngte Finalist. „Ich habe an der Universität Mozarteum Salzburg studiert und fühle mich hier heimisch, daher ist es auch etwas ganz Spezielles, im August beim Award Concert Weekend zu dirigieren.“

Diesmal hat Dennis Russell Davies den Jury-Vorsitz, Ehrenpräsident ist Plácido Domingo. Während des gestrigen nicht öffentlichen Probentages am Sonntag (15.3.) erarbeiteten die jungen Dirigenten mit dem österreichischen ensemble für neue musik (oenm)  jeweils zwei zeitgenössische Kompositionen: Pflichtstück war die Kammersymphonie Nr. 1 E-Dur op. 9 für 15 Soloinstrumente von Arnold Schönberg. Ein weiteres Werk konnten die Kandidaten aus drei von der Jury vorgegebenen Kompositionen auswählen: Tristan Murail (La Chambre des cartes pour ensemble), Wolfgang Rihm (Chiffre VI für 8 Spieler) und Salvatore Sciarrino (Introduzione all’oscuro per 12 strumenti).

Wieder ist eine junge Dame aus Litauen in der Endrunde, die 25jährige Giedrė Šlekytė. Sie studierte Dirigieren an der Kunstuniversität Graz  bei Prof. Johannes Prinz und Prof. Martin Sieghart sowie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Das Erasmus-Programm führte Giedrė Šlekytė in die Schweiz, wo sie ein Semester an der Zürcher Hochschule der Künste studierte. Sie besuchte Meisterkurse unter anderen bei Bernard Haitink, Colin Metters und Mario Venzago.  Als Gastdirigentin trat Giedrė Šlekytė u.a. mit dem St. Christopher Chamber Orchestra in Litauen, dem Chuncheon Philharmonie Orchestra in Südkorea, der Philharmonie Südwestfalen, dem Staatsorchester Frankfurt und dem Brucknerorchester Linz auf. 2013 wurde Giedrė Šlekytė beim Internationalen Dirigierwettbewerb Solon Michaelides in Zypern mit dem 2. Preis ausgezeichnet (ein 1. Preis wurde nicht vergeben). Außerdem gewann sie den 2. Preis beim MDR Auswahldirigieren der Mitteldeutschen Hochschulen sowie 2006 den 1. Preis beim Nationalen Wettbewerb für Gesang Beatrice Grinceviciüte in Litauen. Im April 2013 wurde sie in das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats aufgenommen.

Ebenfalls 25 Jahre alt ist der schweizer Lorenzo Viotti. Er wuchs in einer italienisch-französischen Musikerfamilie auf und studierte Klavier, Gesang und Schlagzeug in Lyon. 2009 zog er nach Wien, um sich als Schlagzeuger zu spezialisieren und Orchesterdirigieren zu studieren. In dieser Zeit konnte Lorenzo Viotti bei zahlreichen Orchestern in Wien und auch bei den Wiener Philharmonikern Erfahrung als Perkussionist sammeln. Als Dirigent hatte Viotti 2013 sein Debüt im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins mit dem Akademischen Symphonie Orchester Wien. Sein Dirigierstudium setzte er bei Nicolás Pasquet an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar fort, was ihn zu seinem Debüt mit der Jenaer Philharmonie im Jahr 2013 führte. Im gleichen Jahr folgte sein erfolgreicher erster Auftritt mit dem Orchestre Philharmonique de Nice, welches Viotti mittlerweile regelmäßig dirigiert. Im Sommer 2013 erfolgte sein Operndebüt mit Mozarts „Figaro“ im Schlosstheater Schönbrunn. Im selben Jahr gewann er nicht nur den 11. Internationalen Dirigentenwettbewerb von Cadaqués in Spanien, sondern auch den MDR-Dirigierwettbewerb. Als Gewinner des Cadaqués-Wettbewerbs wird Viotti während der nächsten Saison mit zahlreichen internationalen Orchestern zusammenarbeiten. ,In der laufenden Saison wird Lorenzo Viotti sein Debüt an den Pulten des Netherland Symphony Orchestra, des Orchestre National de Lille, des Münchner Rundfunkorchesters, des Niederösterreichischen Tonkünstler Orchester und des Orchesters von La Fenice geben. Am Théâtre du Châtelet in Paris wird er „La belle Hélène“ von Jacques Offenbach dirigieren.

Jiri Rozen wurde im Juni 1991 in Prag geboren und bereits mit 14 Jahren in das Prager Konservatorium im Fach Dirigieren aufgenommen. Das Dirigierstudium setzte er 2010 an der Universität Mozarteum bei Prof. Jorge Rotter, Dennis Russell Davies, Hans Drewanz und Karl Kamper sowie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg fort. Seit 2014 studiert er an der Zürcher Hochschule der Künste. Als Gastdirigent und Assistent arbeitete er unter anderem mit dem London Symphony Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem oenm, den Hamburger Symphonikern und dem Lucerne Festival Academy Orchestra. 2010 gewann er im Fach Dirigieren den Talent Prahy 5 und war 2014 Finalist bei der Donatella Flick LSO Conducting Competition.

Das Award Concert Weekend findet heuer im Rahmen der Salzburger Festspiele erstmals im Sommer statt. Die drei Finalisten dirigieren die Camerata Salzburg in der Großen Aula. Dem zeitgenössischen Musikschaffen kommt auch da besonderes Augenmerk zu. Wie in den Vorjahren wird auch ein Publikumspreis vergeben. (PSF)

Die Konzerttermine: Giedrė Šlekytė, 8.8., 15 Uhr; Lorenzo Viotti, 9.8., 15 Uhr; Jiri Rozen, 10.8., 11 Uhr. Nach dem dritten Konzert wird der Preisträger bekannt geben. Das Preisträgerkonzert wird während der Salzburger Festspiele 2016 mit dem ORF Radio-Symphonieorchester in der Felsenreitschule stattfinden. - Karten für das Award Concert Weekend sind im Kartenbüro der Salzburger Festspiele unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , Tel. 0662/8045-500 erhältlich – www.salzburgerfestspiele.at/young-conductors-award
Bild: SF / Doris Wild

 

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