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Aufgemöbelt am historischen Ort

HINTERGRUND / DAS KINO

13/10/23 Seit vergangenem Freitag (6.10.) ist wieder Betrieb im Salzburger Filmkulturzentrums Das Kino. Vier Monate war das Stammhaus geschlossen. Gleich am ersten Wochenende ein prominenter Gast: Margarethe von Trotta mit ihrem Film Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste.

Barrierefreiheit war eines der Anliegen bei der vier Monate dauernden, nun abgeschlossenen Sanierung des Salzburger Filmkulturzentrums Das Kino. Aber auch sonst haben sich viele Standards und vor allem die Kinotechnik geändert, erklärt Kino-Geschäftsführerin Renate Wurm.

1989 bis 1992 wurde Das Kino zuletzt generalsaniert. Da war noch keine Rede von digitaler Projektion, womit die Projektion mit 35mm-Filmen Geschichte war und deshalb viele kleine Kinos schließen mussten.

„Mit den aktuellen Normen und Vorschriften war es allerhöchste Zeit, den historischen Standort am Giselakai technisch und barrierefrei auf den neuesten Stand zu bringen und die derzeit geltenden Umweltstandards zu berücksichtigen“, so Renate Wurm.

Ab 2019 wurde gemeinsam mit dem Architekturbüro ki-architekten der Sanierungsplan erarbeitet. Das Haus gehört nach wie vor den Lifka-Erben (hier war ja bis das Lifka-Kino, zuletzt Gloria-Kino). Der Pachtvertrag wurde nun um zwanzig Jahre verlängert, so konnte man die Bauarbeiten in Angriff nehmen. Ausweichquartier für Das Kino war den Sommer über das Oval im Europak. Dessen Filmprogramm ja auch sonst vom Kini ausgerichtet wird.

Man rechnete ursprünglich mit 1,5 Millionen Euro, der Investitionsplan wurde von Stadt und Land Salzburg 2021 im „Generalplan Kulturbauten“ berücksichtigt und genehmigt. Im Zuge der Planungsarbeiten von Elektrik, Haustechnik und Brandschutztechnik stellte sich jedoch heraus, dass für das denkmalgeschützte Haus auch eine Generalsanierung der Elektrik unumgänglich ist. Zusätzlich war es notwendig, alle Stiegen des Hauses abzutragen und neu zu errichten, um die notwendige Flucht für den Einbau eines Liftes vom Keller bis in den 1. Stock zu gewährleisten. Aufgrund dieser beiden Positionen ergaben sich daher bereits im Vorfeld die Mehrkosten von rund Euro 300.000 Euro, die man aus Rücklagen aufbrachte.

Dank erneuertem Stiegenhaus kann man jetzt im 1. Stock eine Kinobar betreiben, ein Lift wurde eingebaut (auch hinunter zu den neuen Sanitäranlagen) und viele Stufen Foyerbereich entfernt. Aufwändig war der Einbau der Klimaaggregate. LED-Beleuchtung ist jetzt Standard.

Das Haus, über viele Jahrhunderte eine Gastwirtschaft, hat eine über hundertjährige Kino-Tradition. 1918 übersiedelte Lifkas Elektrisches Theater von der Kaigasse an den Giselakai. 1930 wurde es zum Tonfilmkino Lifka umgebaut. Zuletzt (1976-1978) hieß es Gloria Kino. 1979 wurde das Das Kino eröffnet.

Das Filmkulturzentrum ist ein wichtiger Kooperationspartner für zahlreiche Kultureinrichtungen in Salzburg und darüber hinaus. Es bestehen unter anderem Kooperationen mit dem Museum der Moderne Salzburg, der Salzburger Kulturvereinigung, Juvinale, Cinema Next – Junges Kino aus Österreich oder den Salzburger Festspielen. Die Verleihung diverser Preise wie „Simon S. Filmnachwuchspreis“ der Stadt Salzburg, Preis der AK-Arbeitswelten oder des Jahresstipendiums Film des Landes Salzburg finden im Das Kino statt.

Ein wichtiges Standbein ist das „Mobile Kino“ mit mittlerweile bis zu 70 Aufführungen in Stadt und Land Salzburg pro Jahr. Im Oval laufen seit 17 Jahren regelmäßig Arthouse-Filme, die vom Kino programmiert werden. (Das Kino/dpk-krie)

www.daskino.at
Bilder: Das Kino / Erika Mayer

 

 

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