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Mit Laser und Schwert zurück ins Jahr Dreitausend

MOZARTWOCHE / T.H.A.M.O.S.

11/01/19 Thamos, König in Ägypten in der Inszenierung der katalanischen Theatertruppe La Fura dels Baus ist das Herzstück der Mozartwoche 2019. Die Proben haben im Dezember in Barcelona begonnen und sind inzwischen in der Felsenreitschule angelaufen. Das meldet die Stiftung – und verspricht, zusammen mit ersten exklusiven Bildern, „ein eindrucksvolles visuelles Erlebnis in der Felsenreitschule“.

Von Heidemarie Klabacher

KV 345 gehört mit seinen großartigen Chorpassagen zu den schönsten Werken, die Mozart komponiert hat: „Mich interessiert an Thamos der Optimismus Mozarts, er glaubt daran, dass sich der Mensch entwickelt“, sagt Carlus Padrissa, Mastermind der Truppe La Fura dels Baus. „Die französische Revolution lag um 1773 praktisch in der Luft, als der erst 17-Jährige Wolfgang Amadé die Bühnenmusik zu diesem Theaterstück schrieb. Mozart ist für mich ein Mann der Aufklärung.“

La Fura dels Baus gelten als Garanten „für bildgewaltige Theatererlebnisse“. Sie werden bei der Mozartwoche „mit Tanz, spektakulärer Luftakrobatik, Licht- und Lasershow“ dafür sorgen, dass es in der Felsenreitschule alles andere als spröde oder abstrakt zugeht.

Das Werk entspricht inhaltlich und motivisch ganz der Ägypten- und Freimaurer-Mode seiner Entstehungszeit. Erzählt wird, wie König Menes vom Rebellen Ramesses entthront, vom Volk für tot gehalten und betrauert wird. Nach Ramesses Tod übernimmt dessen Sohn Thamos, der Menes Tochter Sais liebt und von dieser wieder geliebt wird, die Herrschaft. Es folgt ein event-tauglicher Intrigenreigen...

„In unserem Thamos werden wir so tun, als lebten wir dreitausend Jahre vor Christus in Heliopolis, aber mit der heutigen Technologie“, sagt Carlus Padrissa. „Mit dem Laser werden wir eine unterirdische Pyramide simulieren, so dass die Zuschauer das Gefühl haben, sie seien im Inneren der Erde. Die Felsenreitschule ist der ideale Raum für meine Inszenierung. Der Felsen wird das Innere der Pyramide darstellen.“

T.H.A.M.O.S. basiert auf Mozarts Thamos, König in Ägypten KV 345 und kommt in der in einer Bearbeitung von Carlus Padrissa zusammen mit ausgewählten Arien aus Zauberflöte KV 620 und Zaide KV 344 auf die Bühne der Felsenreitschule.

Dort zu erleben sind der Bass René Pape als König Menes, der Tenor Nutthaporn Thammathi in der Titelrolle, die Sopranistin Fatma Said als Tharsis sowie der Bachchor Salzburg. Es spielt die Camerata Salzburg unter der Leitung von Alondra de la Parra.

T.H.A.M.O.S.eröffnet – nach dem nachmittäglichen Konzert zur Eröffnung mit dem Mozarteumorchester – am Donnerstag 24. Jänner um 20 Uhr in der Felsenreitschule die Mozartwoche 2019. Aufführungen der achtzigminütigen Produktion am 28. Jänner und am 1. Februar folgen. Die Produktion wird von UNITEL in Zusammenarbeit mit ORF III und ZDF/Arte aufgezeichnet. Erstmals ausgestrahlt wird die Neuproduktion der Stiftung Mozarteum am Sonntag 27. Jänner um 18 Uhr auf der Klassikplattform fideliound eine Woche später am Sonntag 3. Februar um 20.15 Uhr auf ORF III.

Mozartwoche 2019 24. Jänner bis 3. Februar - mozarteum.at
Bilder: ISM/La fura dels baus/Marcelo Augelli

 

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