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Namhafte Leute machen „ihr“ Programm

CAMERATA SALZBURG / SAISON 2013/14

10/05/13 Wenn die Camerata Salzburg ihr Jahresprogramm vorstellt, sitzen da immer auch einige Musiker. „Die demokratische Aufstellung des Orchesters reicht weit hinein in die Programmgestaltung“, erklärt die Camerata-Geschäftsführerin Sarah Wedl-Wilson.

Von Reinhard Kriechbaum

032Teamwork ist also angesagt. Einer der engagierten „Vordenker“ im Orchester ist der Cellist und Komponist Shane Woodborne. „Das Programm der nächstjährigen Abonnemenkonzerte ist vor allem personenbezogen“, sagte er in einem Pressegespräch heute Freitag (10.5.). „Jeder Gast hat eigene Wünsche einbringen können.“

034Es sind Gäste, deren Wünsche man gerne erfüllt: Zu Saison-Auftakt (4./6.10.) ist beispielsweise die Geigerin Hilary Hahn die Solistin, und sie spielt „The Lark Ascending“, eine Violinromanze von Ralph Vaughan Williams. Pinchas Zukerman ist nicht nur bei den kommenden Festspielen in Salzburg, auch die Camerata hat ihn eingeladen: Er wird viel Mozart dirigieren und Beethovens Erste Violinromanze spielen. In einem weiteren Konzert lassen Frank-Peter Zimmermann (Violine) und Antoine Tamestit (Viola) Mozarts Sinfonia Concertante hören.

Auffallend viel Mozart ist in der kommenden Saison angesetzt (unter anderem die drei letzten Symphonien). Das sei gar nicht so sehr programmatische Absicht gewesen, sondern habe sich aus den Wünschen der Dirigenten und Solisten so ergeben, sagt Shane Woodborne.

031Philippe Herreweghe aber hat sich Beethovens Coriolan-Ouvertüre und die „Eroica“ ausgesucht. Er wird aber auch ein Auftragsstück aus der Taufe heben, „Horai“, eine konzertante Musik für Orgel und Streicher von Thomas Daniel Schlee. Das Geld dafür hat die Ernst von Siemens-Musikstiftung spendiert.

A propos Geld: Darüber spricht man nicht, es fehlt sowieso. Man wirtschaftet mit weniger als fünf Prozent öffentlichen Subventionen zum Jahresbudget, aber „Not macht erfinderisch“, sagt Sarah Wedl-Wilson und verweist auf einige spendable Sponsoren und den rührigen Freundeverein. Anderswo spielt man natürlich auch Geld ein: In der laufenden Saison gibt die Camerata 85 Konzerte, nur zwanzig davon in Salzburg.

Mit Hilary Hahn wird man in der nächsten Saison eben nicht nur hierorts im Abonnement (die üblichen Reihen am Freitagabend und Sonntag Vormittag), sondern auch in mehreren deutschen Städten, in Bregenz, Bukarest und Neapel spielen. Unter Christopher Hogwood führt eine Reise zum Martinu-Festival nach Basel, mit Martin Grubinger (der auch wieder das Große Festspielhaus in einem Sonderkonzert höchstwahrscheinlich füllen wird) auch nach Wien, Hamburg, Braunschweig und Mannheim.

An einem kulinarischen Programm für das Silvester- bzw. Neujahrskonzert – „Von teuflischen Engeln und himmlischen Teufeln“ – bastelt gerade der Bassgeiger Josef Radauer. Damit fährt man Anfang Jänner auch nach 033Luzern und Kempten. Louis Langrées frische Mozart-Perspektive kann man auch im Wiener Konzerthaus kennen lernen: „Endlich hat er viel Zeit im Terminkalender für uns“, so die Camerata-Geschäftsführerin über den Chefdirigenten.

Nicht unwichtig ist für ein in hohem Grade selbstbestimmtes Orchester wie die Camerata Salzburg, wer am Konzertmeisterpult sitzt: Gregory Ahss ist der neue Erste Kapellmeister der Camerata, auch ihm ist ein Abonnementkonzert gewidmet – und er setzt auf die Flexibilität des Kammerorchesters: Zwischen Schnittkes Postmoderne-Klassiker „Mozart à la Haydn“ und Tschaikowskys Streicherserenade bietet Ahss eine Auswahl: Das Publikum darf ein von drei vorgeschlagenen Stücken benennen.

Von dem kleinen Spätsommer-Festival „Schubert in Gastein“ hat DrehPunktKultur bereits berichtet. Mit dem literarisch-musikalischen Programm „Love Letters“ für Jugendliche tourt man Mitte November durch Schulen im Land Salzburg. Das Jugendprojekt mit der Diakonie Salzburg wird weitergeführt.

Die Saisonbroschüre 2013/14 der Camerata Salzburg zum Download: www.camerata.at
Das nächste Konzert der Camerata: eine „Salsa Session“ mit Martin grubinger am 25. Mai im Großen Festspielhaus – die Karten werden allmählich knapp, heißt es.
Bilder: Camerata Salzburg
Zum DrehPunktKultur-Vorbericht „Schubert in Gastein“ Klassische Höhenluft

 

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