asdf
 

Aus dem Intendanten wurde doch kein Tanzbär

REST DER WELT / SCHLOSS TABOR / DIE VERKAUFTE BRAUT

13/08/10 Landauf, landab ist der musikalische Hausherr von Schloss Tabor (Jennersdorf) Dietmar Kerschbaum in diesem Sommer im Burgenland im Einsatz. Erst als Tamino im Steinbruch von St. Margarethen, dann als Intendant und gleichzeitig als Wenzel in der "Verkauften Braut" beim Festival "Jopera", danach abermals in St. Margarethen.

Von Wolfgang Stern

Auf Schloss Tabor, einem wirklich romantischen Ort im Südburgenland,  regieren Polka und Furiant. Nach der „Welt auf dem Mond“, „Zar und Zimmermann“ und „Die lustigen Weiber von Windsor“ ist nun Smetanas tschechische Paradeoper in sieben Aufführungen zu sehen. Für musikalisches Feuer ist gesorgt, die Umsetzung der Partitur gelingt dank bester Besetzungen und des umsichtig agierenden Rudolf Bibl, der dazu die entsprechende Erfahrung mitbringt. Schon mit der spritzigen Ouvertüre konnte der Altmeister mit einem gut einstudierten Orchester, der Jungen Philharmonie Brandenburg, aufwarten.

Von Robert Herzl stammt die nette und volksnahe Regie, die einfach gefallen muss. "Die verkaufte Braut" ist für das achte Jahr des Festivals "Jopera" bestimmt ein guter Griff. Johannes Leitgeb hat ein Zwei-Etagen-Bühnenbild erdacht, zu ebener Erde einen offenen Raum mit Tischen und Bänken, vor den mittleren Arkaden des ersten Stockes ein Zimmer. Lichteffekte im Bereich der Arkaden geben der Aufführung einen besonderen Reiz, man spielte ja komische Oper und da kann es durchaus farbig sein.

Stimmlich kann man wie in den letzten Jahren mit einer ausgezeichneten Sängergruppe punkten. Allen voran Renate Pitscheider, eine Marie voller Leidenschaft und stimmlich makellos. Anton Scharingers Bass in der Rolle des Heiratsvermittlers Kezal lässt keine Wünsche offen, Birgitta Wetzl als Kathinka und Josef Forstner als deren Mann Kruschina erlebt man als stimmlich harmonisches Ehepaar, während Hans in den tenoralen Höhen doch nicht ganz die Erwartungen des Premierenpublikums erfüllte.

Für Intendant Dietmar Kerschbaum ist die Rolle des Wenzel geradezu maßgeschneidert. Der Druck, ob und wie lange man die Vorstellung ob des angesagten Gewitters und des Wetterleuchtens noch fortsetzen kann, war ihm am Premierenabend nicht anzumerken. Ehe Wenzel ins Bärenfell schlüpfen konnte, kam dann doch der Regen. Heinz Zuber, viele Jahre im Sommer als Dicker Vetter im Salzburger "Jedermann" beschäftigt, gibt jetzt in Jennersdorf den Zirkusdirektor.

Aufführungen bis 15. August. - www.jopera.at
Bilder: jopera / Michael Schmidt

 

DrehPunktKultur - Die Salzburger Kulturzeitung im Internet ©2014