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Hirn-Schrittmacher-Impulse

SOMMERSZENE / BILANZ

01/07/19 Sechstausend Besucherinnen und Besucher haben 14 Produktionen aus neun verschiedenen Ländern erlebt. Fünf Uraufführungen und vier Österreich-Premieren an Spielorten zwischen Riedenburg und Anton-Neumayr-Platz 2 zeugen von der Vielfalt der zeitgenössischen Performance- und Theaterkunst und der Stärke der Salzburger Szene.

Von Heidemarie Klabacher

„Ich freue mich, dass es uns heuer gelungen ist, mit Forced Entertainment, Tiago Rodrigues, Jan Martens oder auch Cezary Tomaszewski einige der maßgeblichsten internationalen Regisseure und Choreographen nach Salzburg zu bringen“, resümiert Festival-Intendantin Angela Glechner. Zum Publikumsmagneten entwickelt habe sich Diorama Salzburg der jungen norwegischen Künstlerin Ingri Fiksdal: „Der Bahnhofsvorplatz verwandelte sich in eine sich ständig fortbewegende, faszinierende Landschaft durch Skulpturen aus Körpern und Objekten.“

Der Publikumszuspruch und die angeregten Diskussionen nach den Vorstellungen hätten gezeigt, so Glechner, dass es in der Stadt „ein großes Interesse für zeitgenössischen Tanz und Theater in all seinen Facetten gibt“.

Ein besonderes Anliegen ist der Intendantin die Salzburger Szene: „Zusätzlich zu den internationalen Gastspielen liegt mir die Einbindung heimischer Künstlerinnen und Künstler und die Bespielung ungewöhnlicher Räume in der Stadt Salzburg besonders am Herzen“, so Angela Glechner. „Besonders freut es mich, dass die lokale Szene mit den eigens für das Festival konzipierten Produktionen von Hubert Lekpa, ohnetitel und Marco Döttlinger starke Zeichen setzten.“

Große Aufmerksamkeit erregt habe die zweiwöchige Bespielung des Neutortunnels mit einer Klanginstallation von Marco Döttlinger: Der in Salzburg lebende Komponist kreierte mit dem Werk Euch sprechen die Steine eine Klanginstallation, „bei der konkrete Klänge mit komponierten Instrumentalpassagen den Stollen eindrucksvoll zum Schwingen brachte“. Auf viel Zuspruch gestoßen sei das Projekt Die Späte der Stunde des Salzburger Kollektivs ohnetitel. Die Truppe lud mit einem Spaziergang von 24 Episoden auf eine Odyssee, „bei der durch die Bespielung verschiedenster Schauplätze neue Seiten der Stadt erlebt und erfahren werden konnten“.

Auf besondere Aufmerksamkeit gestoßen seien - „naturgemäß“ - auch die internationalen Theater- und Performance-Gastspiele mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und Zugängen: Der portugiesische Regisseur Tiago Rodrigues etwa mit seinem erzählenden oder der polnische Performer Cezary Tomaszewski mit seinem grotesken musiktheatralischen Zugang. Triumphe feierten die erstmals in Österreich gastierende legendäre britische Gruppe Forced Entertainment oder der Belgier Louis Vanhaverbeke.

Irgendwann habe er aufgehört, „die Hirnschrittmacherimpulse zu zählen, welche die Sommerszene dieser Stadt immer wieder schenkt“, sagt Peter Hofer, der Vorstands-Vorsitzender der SZENE Salzburg. Das die Sommerszene tatsächlich immer wieder neu überraschen könne, habe einmal mehr die Ausgabe 2019 gezeigt.

Die Sommerszene 2020 findet von 9. bis 20. Juni statt - www.szene-salzburg.net 
Bilder: Szene Salzburg / Bernhard Müller

 

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