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Vierzig Jahre Gestaltungsbeirat

STICH-WORT

14/11/23 Am 14. November 1983, also genau heute vor 40 Jahren, ist der Salzburger Gestaltungsbeirat zu seiner allerersten Sitzung zusammengetreten. Dass es ihn gibt, heftet sich nicht zu Unrecht die Bürgerliste auf die Fahnen.

Von Reinhard Kriechbaum

Stadträtin und Bürgerlisten-Chefin Anna Schiester erinnert daran, dass es Johannes Voggenhuber, damals Stadtrat der Bürgerliste, war, der den Gestaltungsbeirat in Salzburg ins Leben gerufen hat: Er installierte das erste Gremium mit dem Ziel, durch ehzeitige Diskussion von Plänen qualitativ hochwertige Architektur an der Salzach sichern soll. Es war dann ein weiterer Bürgerlisten-Stadtrat,

Johann Padutsch, unter dessen Zuständigkeit sich der Beirat jahrelang weiterentwickeln und zu einer international anerkannten Institution in Sachen Stadtplanung werden konnte. Das gelang manchmal leicht und unter Applaus, wie etwa beim Makart-Steg (jetzt Feingold-Steg), und manchmal nur gegen durchaus heftige Proteste, wie beim Heizkraftwerk Mitte. „Jedenfalls ist der Gestaltungsbeirat ein Stück Salzburger Geschichte, auf das auch wir zu Recht ein wenig stolz sein dürfen“, so Stadträtin und Bürgerlisten-Chefin Anna Schiester.

So hat sich der Gestaltungsbeirat zu einem europaweit beachteten und anerkannten Modell der Planungsbegutachtung entwickelt. In den vier Jahrzehnten seines Bestehens war das Gremium trotz der internationalen Anerkennung auch immer wieder (tages-)politisches Streitthema. „Während immer mehr Städte in ganz Europa das Modell für sich übernahmen, fantasierte manch eine Fraktion im Salzburger Gemeinderat über eine 'Entmachtung', wenn nicht gar Auflösung des Gestaltungsbeirats hier in unserer Stadt“, heißt es in einer Presseaussendung der Bürgerliste. Der Gestaltungsbeirat folge dem Anspruch, nicht nur Architektur und Städtebau, sondern „die Qualität ihrer Gestaltung – also der Stadt als Lebensraum – ins Zentrum zu rücken“.

Das unabhängige Expertengremium besteht aus Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung und wird vom Gemeinderat für jeweils drei Jahre bestellt. Da wechselt jeweils die Hälfte der Mitglieder, um Kontinuität zu sichern. Vorsitzender ist derzeit Dominik Bueckers (im Bild oben). Bueckers ist Landschaftsarchitekt in Zürich und München. Weitere Mitglieder sind Marina Hämmerle, Michaela Wolf, Josef Salle und Nils Buschmann.

Nicht verwechseln darf man Gestaltungsbeirat und Altstadtkommission. Ersterem obliegt die Begutachtung von Großprojekten, seien es Neuerrichtung oder erheblichen Änderung der äußeren Gestalt). Dabei geht es um Bauwerke mit einer Bruttogeschoßfläche über 2.000 m² einer Baumasse über 7.000 m³ (im Gewerbegebiet über 15.000 m³). Für Bauvorhaben im Bereich der Schutzzonen nach dem Salzburger Altstadterhaltungsgesetz hingegen ist die Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung beim Amt der Salzburger Landesregierung zuständig.

Die Sitzungen des Gestaltungsbeirats finden alle zwei Monate statt und werden grundsätzlich öffentlich abgehalten. Man kann also hingehen und zuhören. Da hakt wiederum die Bürgerliste ein und wünscht sich eine Live-Übertragung im Internet: „Die Zeiten, in denen Stadtplanung ausschließlich in Hinterzimmern und Amtsstuben stattgefunden hat, sind zum Glück vorbei. Dafür hat nicht zuletzt der Salzburger Gestaltungsbeirat gesorgt“, so Anna Schiester.

Bilder: Stadt Salzburg / Alexander Killer

 

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